Hannover hat seine Haushaltseinbringung erstmals im Internet übertragen. Das brachte zwar deutlich mehr Zuschauer als sonst üblich bei öffentlichen Ratssitzungen. Kämmerer Axel von der Ohe hat jedoch die direkte Resonanz gefehlt.

Die Corona-Pandemie bringt ihre ganz eigenen Premieren mit sich. Erstmals hat Hannover den Haushalt digital eingebracht. Die Ratsversammlung fand in Form einer Videokonferenz statt und wurde als Livestream im Internet übertragen. So konnten auch alle interessierten Bürger die Haushaltseinbringung live von zuhause aus mitverfolgen. Knapp 900 Teilnehmer haben laut Informationen aus Hannover von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Vor der Kamera im Rathaus standen der Ratsvorsitzende Thomas Hermann, Oberbürgermeister Belit Onay und Kämmerer Axel von der Ohe, erklärt Christian von Eichborn, Pressesprecher der Landeshauptstadt. Die weiteren Ratsmitglieder waren per Zoom-Konferenz zugeschaltet, diese wiederum wurde per Youtube gestreamt, so dass jeder Interessierte die Sitzung anschauen konnte.

Kämmerer wünscht Rückkehr zur „alten Normalität“

„Die Haushaltsrede in einen praktisch menschenleeren Ratssaal hinein zu halten, ist gewiss gewöhnungsbedürftig“, beschreibt von der Ohe seinen Eindruck von der Premiere gegenüber DNK. Gleichwohl seien der Livestream und der Verzicht auf physische Präsenz in Zeiten der Pandemie eine vernünftige Entscheidung gewesen. „Für die Zukunft wünsche ich mir aber an dieser Stelle eine Rückkehr zur ‚alten Normalität‘.“ Besonders die Interaktion und direkte Resonanz im Rahmen der Haushaltseinbringung habe er im Digitalformat vermisst.

Doch brachte die Übertragung im Internet deutlich mehr Zuschauer als sonst üblich bei der Haushaltseinbringung. In der Spitze haben sich laut der Stadt etwa 140 Teilnehmer gleichzeitig den Stream angeschaut. Normalerweise würden lediglich vereinzelt Bürger bei der Haushaltseinbringung, die stets öffentlich ist, im Rathaus dabei sein.

Die technische Umsetzung habe rund zwei Wochen an Vorbereitungszeit gekostet. Ein externer Dienstleister wurde auch hinzugezogen. „Das A und O ist sicherlich eine professionelle technische Begleitung“, sagt auch von der Ohe. „Die dafür zuständigen Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung haben das bei dieser Premiere perfekt gemanagt.“

ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de

Info

Der Doppelhaushalt für die Jahre 2021 und 2022 wurde am 19. November in den Rat eingebracht. Er sieht Aufwendungen von 2,6 Milliarden Euro vor. Damit weist er, anders als der ausgeglichene Doppelhaushalt 2019/2020, Fehlbeträge von fast 200 Millionen Euro für 2021 und rund 165 Millionen Euro für 2022 aus.

Info

Mehr finden Sie auf den Themenseiten Coronakrise und Digitale Verwaltung.

Aktuelle Beiträge

Der Newsletter für Kämmerer
– jeden Freitag in Ihr Postfach
Newsletter abonnieren »
Newsletter abonnieren »
Der Newsletter für Kämmerer – jeden Freitag in Ihr Postfach