Als vom Bund ausgewählte Modellstadt zur Verbesserung der Luftqualität setzt Mannheim ein „Last-Mile-Konzept für Lieferverkehr“ um. Gefördert wird es mit 500.000 Euro. Doch da die beteiligten Logistikfirmen selbst aktiv werden, braucht es nur einen fünfstelligen Betrag.

Im Zusammenhang mit ihren Maßnahmen als Modellstadt zur Verbesserung der Luftqualität setzt Mannheim ein „Last-Mile-Konzept für Lieferverkehr“ um. Die Idee ist, die für die Stadt bestimmten Lieferungen in einem Zwischenlager zu sammeln. Von diesem Depot aus werden sie dann mit emissionsfreien Lastenfahrrädern auf der sogenannten letzten Meile ausgeliefert. Das Konzept zielt darauf ab, in der Innenstadt Emissionen zu reduzieren und Verkehrsströme zu entlasten.  

500.000 Euro vom Bund werden nicht benötigt

Für den Bau des Depots auf einer zentral gelegenen Fläche in Mannheim stellte das Bundesumweltministerium ursprünglich 500.000 Euro zur Verfügung. Davon benötigt wird allerdings nur ein fünfstelliger Betrag, heißt es aus Mannheim. Denn die an dem Modellprojekt teilnehmenden Logistikdienstleister DHL, DPD und Jetzat!/Morgenpost richten jeweils eigene Mikrodepots ein und nutzen eigene Fahrradflotten. 

An einer gemeinsamen Analyse beteiligen sich die Projektpartner dennoch: Bis zum 30. Juni soll ein externer Gutachter ermitteln, wie das Depotkonzept auf die Emissionen und das Verkehrsaufkommen wirkt. 

Mikrodepot ein Projekt der Modellstadt Mannheim

2018 wurde Mannheim vom Bund zu einer von fünf Modellstädten ernannt, in denen innovative Mobilitäts- und ÖPNV-Konzepte zur Verbesserung der Luftqualität erprobt werden. Dafür stellte der Bund den fünf Städten insgesamt rund 130 Millionen Euro zur Verfügung. Neben Mannheim sind Bonn, Essen, Reutlingen und Herrenberg dafür ausgewählt. Die Maßnahmen sollten  bis 2020 umsetzbar und wirksam sein. Da unter anderem die Coronakrise die Evaluation der Projekte erschwert, wurde das Modellprogramm bis 30. Juni 2021 verlängert. 

Mikrodepots auch in Hamburg und Dortmund

Neben Mannheim kooperieren derzeit auch andere Städte mit Unternehmen der Logistikbranche, um ähnliche Mikrodepotlösungen zur Entlastung der urbanen Mobilität zu erproben. Dies geschieht etwa in Hamburg und Dortmund.

Auch dort sind Mikrodepots als Umschlagplätze eingerichtet. Allerdings nutzen hier verschiedene Zusteller tatsächlich denselben, von der jeweiligen Stadt zur Verfügung gestellten Standort. Die Verteilung ihrer Pakete über Lastenräder bewerkstelligen sie aber auch hier in Eigenregie und mit eigener Flotte.

a.erb(*)derneuekaemmerer(.)de

 

Info

Ausführlich berichtet die DNK-Schwesterpublikation „OBM-Zeitung“ über die Pilotprojekte in Mannheim, Hamburg und Dortmund. Der Beitrag ist hier zu finden. 

Weitere Hintergründe bieten die DNK-Themenseiten Stadt von Morgen und Coronakrise.

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