Die große Mehrheit der Kommunen sieht den Verlust ihrer finanziellen Planungssicherheit als Hauptauswirkung der Coronakrise. Doch es gibt auch Lichtblicke in Sachen Digitalisierung, zeigt eine DNK exklusiv vorab vorliegende Studie.

Mehr als acht von zehn Kommunen in Deutschland haben durch die Coronakrise ihre finanzielle Planungssicherheit verloren. 65 Prozent erleben zudem, dass ihnen mit der Gewerbesteuer eine wichtige Einnahmequelle verlorengeht. Zu diesem finanzseitig ernüchternden Ergebnis kommt das Kommunalbarometer 2021 von Commnex und der TU Darmstadt. An der mittlerweile vierten Auflage der Befragung haben von November 2020 bis Januar 2021 mehr als 300 Kommunen, kommunale Unternehmen und Finanzinstitute teilgenommen.

„Das im Zuge der Pandemie entstandene Steuerloch hat vielerorts bereits ganz konkrete Auswirkungen“, berichtet Commnex-Geschäftsführer Carl von Halem. Zudem zeigt sich deutlich, dass die Auswirkungen der Krise die Kommunen und ihre Kämmerer noch lange beschäftigen werden. Denn ein gutes Drittel der Umfrageteilnehmer gibt an, dass sie derzeit Investitionen in die Zukunft verschieben. Jeweils 16 Prozent klagen über höhere Finanzierungskosten beziehungsweise weniger verfügbare Finanzierungsangebote.

Kämmereien bringen Digitalisierung voran

Doch es gibt auch ermunternde Signale bei der Krisenbewältigung – allerdings jenseits der Kommunalfinanzen. Der Löwenanteil der befragten Kommunen, 86 Prozent, gibt an, der Krise vor allem mit der Ermöglichung von Home Office zu begegnen. Mehr als ein Drittel setzt auf Webinare und Telefonkonferenzen, etwas weniger auf Videomeetings. Über die Hälfte der Kommunen haben ihre IT-Infrastruktur insgesamt ausgebaut. Dem Thema Digitalisierung bringt die Krise so offenbar einen ordentlichen Schub.

Professor Dirk Schiereck von der TU Darmstadt, der die Online-Befragung wissenschaftlich begleitet hat, rät den Kommunen jedoch, diesen Wert weiter zu steigern, „um die Modernisierung der öffentlichen Verwaltungen in Deutschland auch künftig voranzutreiben.“ Auf den ersten Blick mag da überraschen, dass sich die Beurteilung des IT-Knowhows der eigenen Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahr nicht verbessert, sondern sogar leicht verschlechtert hat. Im Mittelwert erreichte dieser Bereich jeweils in etwa die Schulnote drei plus – allerdings mit über die Jahre sinkender Tendenz. 

Coronakrise sensibilisiert für die IT

Vielleicht deckt die Krise auch hier Schwachstellen auf und sensibilisiert so noch mehr für das Thema IT-Knowhow. Hierzu passen auch die Antworten auf die Frage: „Welche Rolle hat die Kämmerei derzeit beim Thema Digitalisierung innerhalb Ihrer kommunalen Verwaltung?“ Machten diese beim Kommunalbarometer 2020 noch fast 60 Prozent als Treiber aus, glauben das jetzt nur noch knapp über die Hälfte der Befragten. 41 Prozent bezeichnen die Kämmerei jetzt als „Mitläufer“, bei der vergangenen Umfrage lag dieser Wert mit 38 Prozent noch etwas niedriger. Zwar immer noch auf sehr niedrigem Niveau, aber dennoch von zwei auf fünf Prozent deutlich gestiegen ist der Anteil derjenigen, die die Kämmereien als „Bremser“ bei der Digitalisierung bezeichnen.

ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de

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