Laut einer aktuellen Studie sind „grüne" Finanzierungen verstärkt im Fokus der Kämmerer.

enercity

17.03.20
Prozessmanagement & IT

Kämmerer liebäugeln mit „grünen“ Finanzierungen

Kommunen sehen sich besser für die Digitalisierung gerüstet als noch vor einem Jahr. Auch steigt das Interesse der Kämmerer an neuen Finanzierungsformen, wie eine Studie zeigt, die DNK exklusiv vorliegt.

Zwar sehen sich Kommunen mittlerweile etwas besser für die Herausforderungen der Digitalisierung aufgestellt, doch bewerten sie das digitale Knowhow ihrer Mitarbeiter durchaus selbstkritisch. Das zeigt das Kommunal Barometer 2020 von Commnex und der TU Darmstadt. An der Umfrage haben von November 2019 bis Februar dieses Jahres 321 Kommunen, kommunale Unternehmen und Finanzinstitute teilgenommen. Die Studienergebnisse liegen DNK exklusiv vor Veröffentlichung vor.

Der Studie zufolge sehen sich die Kommunen zwar etwas besser für die Digitalisierung gerüstet als noch 2019 – doch nach wie vor geben sich viele Kommunen in diesem Bereich eher schlechte Noten. Gefragt danach wie gut sie ihre Kommune für die Digitalisierung aufgestellt sehen, vergaben nur 1 Prozent die Schulnote „sehr gut“. 14 Prozent bewerten ihre Kommune als „gut“, 39 Prozent als „befriedigend“, ein Drittel immerhin noch als „ausreichend“. Die Noten fünf und sechs gaben sich insgesamt 17 Prozent der Umfrageteilnehmer. Der Notenschnitt hat sich allerdings im Vergleich zur Studie vom Vorjahreszeitraum etwas verbessert, von 3,66 auf 3,48.

Kämmerei ist Treiber für die Digitalisierung

Trotz dieser eher kritischen Selbstwahrnehmung bewertet mehr als die Hälfte der Befragten die Kämmerei als Treiber der Digitalisierung innerhalb der kommunalen Verwaltung. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Wert von 54 Prozent auf 59 Prozent gestiegen. Gleichzeitig stufen die Umfrageteilnehmer das digitale Knowhow ihrer Mitarbeiter aber als geringer ein als im Vorjahr. Hier ist der Mittelwert von der Schulnote 3,05 auf 3,48 gesunken.

Commnex-Geschäftsführer Carl von Halem erklärt diese Schwankungen durch die gewachsene Komplexität beim Thema Digitalisierung. Zudem stünden viele Kommunen derzeit vor der Einführung des Onlinezugangsgesetzes (OZG). „Hier läuft die Zeit und viele Kommunen fühlen sich schlecht vorbereitet“, sagt er gegenüber DNK.  

Deutlichere Verschiebungen zeigen sich laut Studie bei „grünen“ Finanzierungen. Zwar sagen, wie auch im vergangenen Jahr, nur ein Prozent der Umfrageteilnehmer, dass sie bereits Projekte auf Zertifizierungen prüfen lassen, doch ist das Interesse insgesamt merklich größer geworden. Heute bekunden fast ein Viertel der Befragten Interesse an nachhaltigen Finanzierungen, im Vorjahr lag dieser Wert erst bei 16 Prozent. Gleichzeitig ist der Kreis derer, die nach wie vor kein Interesse bekunden, etwas geschrumpft.

Ebenfalls deutlich verändert hat sich die Einschätzung zu Interkommunalkrediten. Während 2019 mehr als die Hälfte der Befragten angab, dass es für sie nicht interessant sei, Liquidität bei anderen Kommunen anzulegen oder solche von anderen Kommunen anzunehmen, sank dieser Wert jetzt auf 41 Prozent. 59 Prozent können sich hingegen heute vorstellen, einen Interkommunalkredit abzuschließen – allerdings unter der Voraussetzung, dass er sich juristisch einwandfrei gestalten ließe. Im vergangenen Jahr stimmten unter dieser Prämisse gerade einmal 46 Prozent zu.  

ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de

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