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21.03.19
Beteiligungsmanagement

Gera erwägt GWB-Anteile zurückzukaufen

In Gera laufen derzeit erste Planungen für einen möglichen Rückkauf der Wohnungsbaugesellschaft GWB Elstertal. 2016 hatte ein Investor 74,9 Prozent der Anteile von den insolventen Geraer Stadtwerken gekauft.

Die Stadt Gera erwägt, Anteile der ehemals städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWB Elstertal vom britischen Investor Benson Elliott zurückzukaufen. In einer nichtöffentlichen Sondersitzung am Montag ebnete der Stadtrat den Weg für weitere Verhandlungen mit dem Mehrheitsgesellschafter, heißt es in der am Mittwoch im Nachgang einer Pressekonferenz veröffentlichten Mitteilung der Stadt. Eine Entscheidung für oder gegen den Kauf wurde nicht gefällt, doch der Grundsatzbeschluss sehe die mögliche Rekommunalisierung der GWB vor.

Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) machte laut Mitteilung während der Pressekonferenz deutlich, dass die Alternative zum Rückkauf durch die Stadt bedeuten könne, dass die GWB „ab Mitte des Jahres an einen unbekannten Investor fällt".

Wie DNK berichtete, hatte im August 2016 der britische Investor Benson Elliott 74,9 Prozent der Anteile an der GWB Elstertal gekauft. Die Anteile hatten zuvor der 2014 in die Insolvenz gerutschten Stadtwerke Gera Aktiengesellschaft gehört. Nach dem Verkauf an Benson Elliott hält die Stadt Gera weiterhin die übrigen 25,1 Prozent.

Rückkauf soll wirtschaftlich sein

Vonarb betonte jetzt, dass die Prüfung eines Anteilskaufs „selbstverständlich" unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolge. Für einen möglichen Rückkauf sei Gera bereits zugesichert worden, einen Kredit aufnehmen zu dürfen. Im Moment sei die Stadt laut Vonarb im Rahmen von rund 27,5 Millionen Euro kreditfähig. Zusammen mit Fördermitteln aus Programmen von Land und Bund könnte jedoch eine Hebelwirkung erzielt, und damit insgesamt Investitionen um die 100 Millionen Euro ausgelöst werden.

Einem Bericht der Ostthüringer Zeitung zufolge soll der nichtstädtische Anteil der GWB mittlerweile 70 Millionen Euro kosten. Das sei in etwa doppelt so viel wie 2014. Der britische Investor räume der Stadt mit rund 95.000 Einwohnern bis Ende Mai ein Exklusivrecht zum Kauf der Anteile ein. Komme ein Kauf bis dahin nicht zustande, solle die GWB komplett mit dem städtischen Anteil verkauft werden.

Benson Elliott hatte bereits Ende Januar angekündigt, die GWB-Anteile zu verkaufen. Aus Sicht des Mehrheitsgesellschafters seien die für die GWB gesteckten Ziele erreicht, berichtete die Ostthüringer Zeitung damals. Unter anderem sei der Wohnungsleerstand von ehemals 20 auf heute 10 Prozent gesunken, und auch die Refinanzierung sei abgeschlossen.  

ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de