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29.04.19
Beteiligungsmanagement

Stadtwerke stellen Politik verheerendes Zeugnis aus

Fehlende politische Konzepte gepaart mit Überregulierung: Viele Stadtwerke treten beim Umbau ihres Geschäfts auf der Stelle – das zeigt die neue Stadtwerke-Studie von DNK. Die Ergebnisse sind ein Denkzettel für die Energiewende-Politik der Bundesregierung.

Stadtwerke-Chefs hadern massiv mit den Rahmenbedingungen der Energiewende. Obwohl viele Geschäftsführer und Vorstände die Energiewende durchaus als Chance begreifen, behindert das regulatorische Umfeld die dringend nötige Neuausrichtung des Geschäfts. Das ist das zentrale Ergebnis der Studie „Stadtwerke – fit für die Zukunft? 2019. Kohleausstieg – Digitalisierung – Regulatorik“, die diese Zeitung gemeinsam mit den Partnern BDO und ING heute veröffentlicht. Für die Erhebung wurden 100 Entscheider aus deutschen Stadtwerken befragt.

Energiewende: Keine Konzepte, keine Sicherheit

76 Prozent der Befragten vermissen durchdachte politische Konzepte für die Energiewende, 71 Prozent kritisieren vor allem den Einspeisevorrang der erneuerbaren Energien (siehe Grafik). Demgegenüber bestätigt nur eine Minderheit (40 Prozent), dass die aktuelle Regulierung Anreize für Investitionen bietet bzw. Investitionssicherheit schafft (24 Prozent).

Der geplante Kohleausstieg treibt vielmehr die Furcht vor steigenden Preisen – sowohl bei den Strombezugskosten für Industrie- und Gewerbekunden (71 Prozent), als auch bei den Großhandelspreisen (66 Prozent).

Kohleausstieg: „Gefährliches Manöver“

Mit ihrer Kritik und ihren Sorgen finden sich die Stadtwerker in guter Gesellschaft, wie sechs Tiefeninterviews zeigen, die die Befragung ergänzen: „Der bis 2038 geplante Kohleausstieg ist mehr als ein gefährliches Manöver für unsere Wirtschaft. Ich be­fürchte eine ökonomische Katastrophe“, sagt zum Beispiel FDP-Vize Wolfgang Kubicki. Auch Grünen-Chef Robert Habeck spart nicht mit deutlichen Worten: „Der Bundesregierung fehlt nicht nur der große Plan, sondern überhaupt ein Plan. Nehmen wir den Kohleausstieg. Der Abschlussbericht der Kohlekommission liegt nun schon mehr als zwei Monate zurück. Was ist seither geschehen? Nichts.“ 

s.nitsche(*)derneuekaemmerer(.)de

Auch im Neugeschäft steht die Regulatorik den Stadtwerken im Weg. Wo sie die größten Knackpunkte ausmachen, wie sie trotz aller Hürden Innovationen entwickeln und wie sich die Definition der Daseinsvorsorge verändert wird – all das lesen Sie in der Gesamtfassung der Studie, die Sie hier kostenlos downloaden können.