Die KfW rechnet damit, im kommenden Jahr Kredite mit Negativzinsen an Kommunen auszugeben.

KfW

15.11.19
Finanzmanagement

KfW könnte bald Minuskredite an Kommunen ausgeben

Die Förderbank KfW bereitet sich auf die Vergabe von negativ verzinsten Darlehen vor. Kommunen dürften die ersten Profiteure sein.

Die Förderbank KfW reagiert auf die anhaltende Niedrig- und Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Wie das Geldhaus auf einer Veranstaltung in Frankfurt am Main ankündigte, wolle man vom Jahresbeginn 2020 an Förderkredite mit negativen Zinssätzen ausgeben, wenn sich das Zinsumfeld nicht nennenswert verändere. Das bedeutet: Kreditnehmer müssten weniger Geld zurückzahlen, als sie aufgenommen haben.

Bekommen Kommunen bald Geld für Förderkredite?

Kommunen wären die ersten, die von diesem gewichtigen Schritt profitieren, da Kämmerer die Förderbank – anders als Unternehmen oder Privatpersonen – als Geldquelle direkt anzapfen können. Die KfW rechne daher damit, dass negativ verzinste Kredite im kommenden Jahr auch an Kommunen ausgegeben werden, wie ein Sprecher gegenüber der DNK-Redaktion angab.

In den kommenden Wochen muss die KfW nun noch die technischen Voraussetzungen schaffen, um Kredite mit Minuszinsen zu vergeben. Die IT werde derzeit überarbeitet, um die günstigen Konditionen darstellen zu können, hieß es seitens des KfW-Sprechers. Die Umstellung soll noch etwa ein Jahr dauern.

Die KfW passt ihre IT-Struktur an.

Kommunaldarlehen: KfW umgeht IT-Umstellung

Bis die IT auf die Minuskredite vorbereitet ist, behilft sich die Förderbank eines Tricks: Die Darlehen werden ohne Verzinsung oder mit einem sehr niedrigen Kupon ausgegeben. Darüber hinaus zahlt die KfW einen Zuschuss, der den negativen Zinssatz ersetzen soll. Das Modell eignet sich aus Sicht der Förderbank allerdings nicht als Dauerlösung.

j.eich(*)derneuekaemmerer(.)de