Die Stadt München möchte erstmals seit 1995 eine Anleihe begeben.

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22.01.20
Finanzmanagement

Stadt München will bis zu 120 Millionen Euro einsammeln

Münchens Kämmerer Christoph Frey will in den kommenden Wochen eine Anleihe platzieren. Mit dem Geld will die Stadt den Preisboom im Immobiliensektor eindämmen.

Die Stadt München will erstmals seit 1995 eine kommunale Anleihe platzieren. Das geht aus einer Beschlussvorlage hervor, die Stadtkämmerer Christoph Frey (SPD) dem Finanzausschuss am gestrigen Dienstag vorgelegt hat. Demnach will die Landeshauptstadt Bayerns in den kommenden Wochen zwischen 100 und 120 Millionen Euro einsammeln. Die Vollversammlung hat die Pläne am heutigen Mittwoch durchgewinkt. 

Das Geld will OB Dieter Reiter (SPD) nutzen, um Häuser zu kaufen und so gegen die steigenden Mieten vorzugehen. Die Isarstadt zählt seit Jahren zu den teuersten Metropolen Deutschlands. Aufgrund des Verwendungszwecks soll die Anleihe als „Social Bond“ zertifiziert werden, was eine soziale und nachhaltige Nutzung des Geldes garantieren soll. 

Kämmerer Frey will Social Bond emittieren

Für die Emission einer Stadtanleihe nimmt Kämmerer Christoph Frey leicht höhere Zinsen als bei einem klassischen Darlehen in Kauf. Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ spricht er von einer „schmalen, aber sicheren Rendite“. Laut Beschlussvorlage soll diese bei einer zehn Jahre laufenden Anleihe zwischen 0,2 und 0,3 Prozent liegen, für 15 Jahre strebt die Stadtkämmerei 0,45 bis 0,6 Prozent Rendite an. Die Stückelung soll bei 1.000 Euro liegen, die Transaktion wird von der BayernLB (technische Federführung) und der Unicredit (Strukturierung der Nachhaltigkeitskomponente) als mandatierte Konsortialführer geführt sowie von der Stadtsparkasse München als sogenannter Co-Lead begleitet.

München steuert derzeit auf einen Zeitraum zu, in dem die Stadt wegen anstehender Investitionen Kredite aufnehmen muss. Aufgrund eines mehrjährigen Investitionsprogramms könnten die Schulden von zuletzt 680 Millionen Euro bis 2023 auf fast 5 Milliarden Euro anschwellen, warnte Frey Ende vergangenen Jahres dem „Münchener Merkur“ zufolge.

j.eich(*)derneuekaemmerer(.)de

Nicht immer ist das Kommunaldarlehen die beste Wahl für Kämmerer. Welche anderen Möglichkeiten es gibt und was andere Kommunen machen, erfahren Sie auf der DNK-Themenseite Alternative Finanzierungen.