13.12.17
Haushalt

EPSAS: Wirtschaftsprüfer kontern Kritik des Rechnungshofs

Das Institut der Wirtschaftsprüfer reagiert auf die scharfe Kritik des Bundesrechnungshofs an der geplanten EPSAS-Einführung – und verteidigt auch die Rolle der eigenen Zunft im Harmonisierungsverfahren.

Nachdem der Bundesrechnungshof Mitte November mit eindeutigen Worten Stellung gegen die EU-weite Harmonisierung der Rechnungslegung (EPSAS) bezogen hatte, übt das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) in einem Brief an Präsident Kay Scheller Kritik an der Haltung des Rechnungshofs.

 

Der Sonderbericht und die Presseäußerungen hätten Verwunderung und Unverständnis nicht nur im Berufsstand der Wirtschaftsprüfer ausgelöst, heißt es in dem von IDW-Vorstandsprecher Klaus-Peter Naumann und Fachreferentin Viola Eulner unterzeichneten Schreiben, das das IDW zugleich mit einem Gesprächsangebot an den Bundesrechnungshof verknüpft.

 

Zum einen sei die Kritik am Nutzen der Doppik nicht nachvollziehbar, schreiben die Wirtschaftsprüfer. Der Bericht des Bundesrechnungshofs leugne „anerkannte Vorteile der doppischen Buchführung“, außerdem fehle im Zusammenhang mit dem Hinweis auf exorbitante Kosten der Harmonisierung eine Differenzierung zwischen Ausgaben, die sich unmittelbar aus der Umstellung ergäben und IT-Kosten, die ohnehin wegen längst überfälliger Modernisierungsmaßnahmen anfallen würden.

Rolle der Wirtschaftsprüfer bei EPSAS-Harmonisierung

Zum anderen wehren die Wirtschaftsprüfer sich auch mit Nachdruck gegen die vom Bundesrechnungshof geäußerte Kritik an ihrer Rolle bei der Formulierung der Standards – ein „untragbarer Interessenkonflikt“ nach Auffassung des Rechnungshofs, da die Wirtschaftsprüfer Verwaltungen später auch als Berater unterstützen könnten, sollte die Reform umgesetzt werden.

 

„Anders als der Bericht suggeriert, werden die IPSAS (Anm.: die Basis für die Entwicklung der EPSAS) unter maßgeblicher Mitteilung von Vertretern der öffentlichen Verwaltung verfasst. (…) Lediglich zwei der 18 Mitglieder gehören dem Berufsstand der Wirtschaftsprüfer an“, schreibt das IDW. Zudem entbehre die Forderung des Bundesrechnungshofs, bei der Harmonisierung „auf die Expertise ausgerechnet des Berufsstands der Wirtschaftsprüfer zu verzichten“, jeder Logik.

 

s.nitsche(*)derneuekaemmerer(.)de