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11.12.18
Haushalt

Sachsens Kommunen hinken mit Doppik hinterher

Kommunen und Zweckverbände in Sachsen sind in Verzug mit der Umstellung auf die Doppik. Nur ein Bruchteil der Kommunen legt die Jahresabschlüsse fristgerecht vor, stellt der Sächsische Rechnungshof in seinem Jahresbericht fest.

 

Die Kommunen in Sachsen kommen bei der Umstellung auf die Doppik nicht voran. Auch im sechsten Jahr nach der Umstellung hätte nur ein Zehntel der Kommunen und Zweckverbände den Jahresabschluss 2016 fristgerecht vorgelegt, bemängelt der Sächsische Rechnungshof in seinem aktuellen Jahresbericht.

Die Mängelliste des Rechnungshofes ist lang: So fehlten noch bei rund 22 Prozent der Kommunen die Eröffnungsbilanzen. „Fristüberschreitungen von mehreren Jahren prägen das Bild“, heißt es in dem Bericht. Meistens würde die Haushaltsführung über mehr als fünf Jahre ohne Abschluss der vorangegangenen doppischen Haushalte erfolgen.

Rechnungshof: Kein erkennbarer Fortschritt

Auch bescheinigt der Rechnungshof kaum Fortschritte bei der Umstellung auf die Doppik. Nur in wenigen Kommunen und Zweckverbänden habe sich die Aktualität der vorgelegten Jahresabschlüsse verbessert. Einen sehr hohen Rückstand attestiert der Bericht vor allem bei den Jahresabschlüssen ab 2012.

Werden Kommunen und Zweckverbände einzeln betrachtet, schneiden die Kommunen sogar noch schlechter ab, wenn es um die fristgerechte Erstellung der Jahresabschlüsse geht. So hätten Kommunen lediglich rund 22 Prozent der Abschlüsse von 2007 bis 2015 vorgelegt. Bei den Zweckverbänden waren es immerhin 59 Prozent. 2016 konnten nur 26 von insgesamt 340 Kommunen einen fristgerechten Jahresabschluss vorweisen.

Der Sächsische Rechnungshof hält diese Verzögerungen für besorgniserregend. Denn schließlich ließen sich ohne Jahresabschluss keine verlässlichen Aussagen über die tatsächliche Finanzkraft und Haushaltslage der Kommunen machen.

ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de

Weitere Neuigkeiten lesen Sie auf unserer Themenseite Doppik/EPSAS. In der am Freitag erscheinenden DNK-Ausgabe 4/2018 finden Sie außerdem ein Interview mit Dennis Hilgers, Professor in Linz, über die anhaltenden Schwierigkeiten der Doppik-Umstellung in deutschen Kommunen.