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14.05.19
Haushalt

Wohnraummangel stellt Städte vor größte Herausforderungen

Für Oberbürgermeister in ganz Deutschland ist derzeit der Wohnraummangel die größte Herausforderung. Bei der Lösung des Problems sehen sie auch die Länder, den Bund und die EU in der Pflicht, zeigen die Ergebnisse des aktuellen OB-Barometers.

Oberbürgermeister sehen derzeit den Wohnraummangel als drängendstes Problem in ihren Städten. An zweiter und dritter Stelle kommen laut den Ergebnissen des diesjährigen „OB-Barometers“ die Themen Mobilität und Digitalisierung. Das im vergangenen Jahr auf dem ersten Platz gelistete Thema Integration belegt aktuell nur noch den sechsten Platz.

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) befragt seit 2015 jedes Jahr die Oberbürgermeister deutscher Städte mit mindestens 50.000 Einwohnern nach aktuellen und künftigen Aufgabenschwerpunkten. Der Deutsche Städtetag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund unterstützen die vom Meinungsforschungsinstitut infratest dimap durchgeführte Befragung.

Oberbürgermeister fordern Unterstützung von Land, Bund und EU

Laut den Ergebnissen sehen die Oberbürgermeister die Länder und den Bund in der Pflicht, die für Mietrecht, Wohngeld und sozialen Wohnungsbau zuständig sind. „Dass der Markt es nicht allein richtet, dürfte inzwischen allen klar sein“, sagt Difu-Institutsleiter Carsten Kühl laut Pressemitteilung. Entscheidend für die Zukunft sei die kommunale Bodenpolitik.

Neben den drei Top-Themen Wohnen, Mobilität und Digitalisierung erwarten die befragten Stadtoberhäupter auch eine bessere Unterstützung mit Blick auf die Finanzsituation. Hier gibt es jedoch große regionale Unterschiede. In Ländern mit hohen kommunalen Altschulden wie beispielsweise Nordrhein-Westfalen ist dieses Thema drängender als in den südlichen Bundesländern. In Bayern, Baden-Württemberg oder auch Hessen macht den Städten hingegen das Thema Mobilität größere Sorgen.

Städtetag fordert Gesamtkonzept für Mobilität

Insgesamt fordern laut Umfrage beim Thema Mobilität 70 Prozent der Oberbürgermeister den Bund und die Länder auf, für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen. „Die Städte stärken den ÖPNV, bauen Rad- und Fußwege aus, fördern die digitale Information der Fahrgäste und erproben vernetzte Verkehrsangebote“, sagt Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages. „Aber wir brauchen ein Gesamtkonzept des Bundes für nachhaltige Mobilität. Dazu muss eine Investitionsoffensive von Bund und Ländern gehören“, so Dedy weiter.

Als wichtigstes Thema für die Zukunft nennen die befragten Stadtspitzen die Digitalisierung. Dazu gehören laut Umfrage auch Aspekte wie Breitbandausbau, E-Government und Smart City.

ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de