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12.03.19
Prozessmanagement & IT

Digitalisierung der Verwaltung kommt nicht voran

Es herrscht nahezu Stillstand bei der Digitalisierung der Verwaltung, heißt es in einer aktuellen Studie. Viele für Bürger und Unternehmen wichtige Verwaltungsleistungen seien in 40 Prozent der Kommunen immer noch nicht online verfügbar.

Online-Verwaltungsleistungen kommen in Deutschland nicht voran. Das bescheinigt der aktuelle Deutschland-Index Digitalisierung den rund 300 untersuchten Kommunen. Zum zweiten Mal hat das Kompetenzzentrum Öffentliche IT am Fraunhofer-Institut FOKUS den Index veröffentlicht.

Zwar hat es laut Studie bei der Digitalisierung der Kommunalverwaltungen und im Bereich Wirtschaft und Forschung in den vergangenen Jahren insgesamt Fortschritte gegeben, doch würden davon nicht alle Bundesländer in gleicher Weise profitieren. Wie auch bei der vergangenen Erhebung von 2017 liegen die Stadtstaaten – allen voran Berlin – sowie die großen Flächenländer auf den vorderen Plätzen. Berlin und Sachsen konnten ihren Indexwert sogar noch deutlich steigern.

Weniger positiv fällt das Urteil der Autoren hinsichtlich der digitalen Infrastruktur und der Nutzung von E-Government-Angeboten aus. Hier fielen die Steigerungen „eher bescheiden“ aus. Auch die Stadtstaaten haben das Ziel einer flächendeckenden Versorgung mit schnellem Internet noch nicht erreicht. Laut Studie benötigen sie bei dem derzeitigen Tempo weitere sechs Jahre bis eine flächendeckende Versorgung erreicht wäre. Auch Glasfaser würde außerhalb Hamburgs und Schleswig-Holsteins kaum eine Rolle spielen.

Kommunen müssen Onlinedienste ausbauen

Nachholbedarf sehen die Studienautoren außerdem bei der Steigerung des Angebots an Onlinediensten in den Kommunen. Diese sei in den vergangenen zwei Jahren „mehr als dürftig“ ausgefallen. Für die Studie wurden mit der Gewerbeanmeldung, Melderegisterauskunft, KFZ-Anmeldung, Bau- und Wohngeldantrag fünf der nachgefragtesten Verwaltungsleistungen untersucht.

Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Mehr als 40 Prozent der untersuchten Kommunen bietet derzeit gar keine der fünf Leistungen online an. Mit rund 37 Prozent ist die Gewerbeanmeldung erneut am häufigsten online möglich, gefolgt von der Melderegisterauskunft mit 31 Prozent. Weit abgeschlagen rangieren dahinter die KFZ-Anmeldung (15 Prozent), der Bauantrag (10 Prozent) und der Wohngeldantrag (unter 5 Prozent).

Im Ländervergleich liegen auch beim Angebot von Onlinediensten die Stadtstaaten Hamburg und Berlin deutlich vorn, dahinter folgen Nordrhein-Westfalen und Bremen, sowie Brandenburg. Doch nicht nur die großen Städte in den Flächenstaaten erzielen wie schon vor zwei Jahren gute Werte. Die Studienautoren weisen daraufhin, dass teilweise auch kleine und mittelgroße Kommunen bei der Verwaltungsdigitalisierung gut aufgestellt sind. Beispiele hierfür seien Löhne und Meerbusch in Nordrhein-Westfalen, Annaberg-Buchholz und Meißen in Sachsen, Perleberg und Kloster Lehnin in Brandenburg oder Rednitzhembach in Bayern.

ak.meves(*)derneuekaemmmerer(.)de

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