Gemeinsamer Auftritt als Genossenschaft: Ein Ausschnitt des Deckblatts der Bewerbung um den KI-Innovationspark.

TechnologieRegion Karlsruhe

19.03.21
Prozessmanagement & IT

Als Genossenschaft zum KI-Innovationspark

Die Regionen Karlsruhe, Stuttgart und Neckar-Alb bewerben sich um den Aufbau eines gemeinsamen KI-Innovationsparks. Um agiler handeln zu können, haben sie eine Genossenschaft gegründet. Karlsruhes OBM Frank Mentrup erklärt die Hintergründe.

Für den Aufbau eines gemeinsamen KI-Innovationsparks haben die Regionen Karlsruhe, Stuttgart und Neckar-Alb eine Genossenschaft gegründet. Mit der „Innovationspark Künstliche Intelligenz Baden-Württemberg eG“ wollen sie sich um Landesmittel in Höhe von 47,5 Millionen Euro bewerben. Das Land hatte im Dezember den Aufbau eines Innovationszentrums für Künstliche Intelligenz (KI) ausgeschrieben.

„Strukturelle Antwort“ auf KI-Herausforderungen

Eine Genossenschaft ist als Gesellschaftsform für ein solches Vorhaben wohl einmalig.„Wir mussten eine Gesellschaftsstruktur finden, die keinem Beteiligten eine dominierende Rolle zuschreibt, die offen für neue Mitglieder ist und die dauerhaft resilient aufgestellt ist“, erklärt der Karlsruher OBM Frank Mentrup, Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft, gegenüber der OBM-Zeitung.

Gründungsgenossen sind die Städte Karlsruhe, Stuttgart, Böblingen, Tübingen und Reutlingen sowie die TechnologieRegion Karlsruhe GmbH, die Digitale Innovationszentrum GmbH, die IHK Reutlingen, der Verband Region Stuttgart, die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart und das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation.

Der genossenschaftliche Gedanke mache zugleich den kooperativen Geist des Vorhabens deutlich. Er zeige auf, „was wir strukturell unter einer europäischen Antwort auf die weltweiten Herausforderungen für KI verstehen“, so Mentrup. Es gehe um „eine kooperative, digital souveräne, für demokratische und zivilgesellschaftliche Einbindung offene Innovationsplattform“.

Polyzentrisch und standortübergreifend

Inhaltlich möchte die Genossenschaft einen polyzentrischen Innovationspark schaffen. Mentrup spricht von einem „standortübergreifenden anwendungsnahen Experimentierraum für wettbewerbsfähige KI zum Wohle der Gesellschaft“. Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und von Verbänden sollen einbezogen werden. Die Kommunen bringen etwa Liegenschaften ein und sind zum Teil Betreiber der in der Genossenschaft miteinander vernetzten regionalen KI-Parks.

„Wir wollen ein Gesamtkonzept entwickeln, das es uns ermöglich, unsere unterschiedlichen Standorte und KI-Kompetenzen auf Augenhöhe einbinden zu können“, erklärt der Karlsruher OBM. Das Konzept zielt darauf ab, die gesamte KI-Innovationskette von der Grundlagenforschung bis zur industriellen und gesellschaftlichen Anwendung abbilden zu können. Was KI-Innovationen betrifft, wolle man so „ein Ökosystem mit internationaler Strahlkraft“ schaffen. Es sei zu erwarten, dass die Gesellschaftsstruktur einer Genossenschaft dafür „am konsequentesten agile und disruptive Entwicklungen fördert“.

Neben der Genossenschaft ebenfalls ins Rennen um die Landesmittel gegangen sind die Städte Freiburg, Ulm und Heilbronn. Das Land Baden-Württemberg möchte seine Standortentscheidung im zweiten Quartal bekanntgeben. Sollte die Genossenschaft dabei nicht zum Zuge kommen, bedürfe es „einer Neubewertung“ und einer weiteren Entscheidung, meint Mentrup. Dies betreffe sowohl die Zukunft der Allianz als auch das gemeinsam Park-Projekt.

a.erb(*)derneuekaemmerer(.)de

Das vollständige Interview mit Frank Mentrup gibt es hier.