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28.10.19
Prozessmanagement & IT

Kommunen fehlt Strategie für die Digitalisierung

Die meisten Kommunen in Deutschland haben noch keine Digitalisierungsstrategie. Immerhin knapp die Hälfte entwickelt derzeit eine. Das zeigt eine aktuelle Studie der KGSt.

Erst 14 Prozent der Kommunen in Deutschland haben eine Digitalisierungsstrategie, weitere 45 Prozent entwickeln aktuell eine Strategie. Das ist eines der Kernergebnisse einer Studie der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) und dem Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) am Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS. Insgesamt 412 Mitgliedskommunen der KGSt in ganz Deutschland haben zwischen Dezember 2018 und Februar 2019 an der Onlinebefragung teilgenommen.

Ein Bereich, in dem Kommunen aktiv sind, sind E-Government-Angebote. Sie reichen vom Formularserver, elektronischen Bezahlmöglichkeiten, Servicekonten, über eID-Funktionen, De-Mail, Verwaltungspostfächer, Suchfunktionen bis hin zu mobilen Apps oder Chatbots. Allerdings setzen 16 Prozent der befragten Kommunen keine dieser Komponenten ein – 32 Prozent nur eine oder zwei. Ab drei genutzten Komponenten ist eine Kommune laut den Autoren der Studie bereits „vergleichsweise gut aufgestellt“.

Ein weiterer untersuchter Bereich ist die Digitalisierung der lokalen Wirtschaft; beispielsweise durch die Bereitstellung von freien W-LAN-Hotspots oder digital vermittelter Sharing-Angebote. Ein Viertel der Kommunen unterstützt der Studie zufolge kein solches Angebot, knapp 30 Prozent unterstützen nur eines finanziell, logistisch oder anderweitig.

Digitalisierung hängt von Größe der Kommune ab

Ein wichtiger Faktor für die Digitalisierung ist offenbar die Bevölkerungszahl einer Kommune. Größere Kommunen haben demnach bereits häufiger eine Digitalisierungsstrategie und geben weniger häufig an, dass dies für sie (noch) kein Thema sei. Größere Städte und Gemeinden sind zudem häufiger im Bereich E-Government gut aufgestellt und unterstützen auch etwas häufiger die Digitalisierung in der örtlichen Gemeinschaft.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen auch, dass nur in rund jeder dritten Kommune die Digitalisierung der Verwaltung und der örtlichen Gemeinschaft „Chefsache“ sind. Das heißt sie werden vom Bürgermeister, Landrat, Chief Digital Officer (CDO) oder Chief Information Officer (CIO) auf der oberen Leitungsebene mitverantwortet. In 16 Prozent der befragten Kommunen ist das Büro von Bürgermeister oder Landrat mitverantwortlich für die Digitalisierung der Verwaltung; in 15 Prozent der Fälle ein CDO und in 12 Prozent ein CIO. In Kommunen mit einer Digitalisierungsstrategie liegt die Verantwortung mit jeweils rund 30 Prozent deutlich häufiger bei CIO oder CDO.

ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de

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