Deutschland kommt bei der Modernisierung der Verwaltung nur langsam voran. Woran liegt das aus Ihrer Sicht?
In den vergangenen Jahren sind wir bei der Digitalisierung der Verwaltung nicht so schnell vorangekommen, wie wir es eigentlich müssten. Zwar gab es einige Fortschritte bei den OZG-Leistungen. Aber der Föderalismus ist eine große Herausforderung. Wir müssen die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen einfacher machen und verbessern. Die IT-Systeme in den Kommunen sind sehr unterschiedlich. Die Digitalisierung ist mit Investitionen verbunden, und viele Behörden müssen angebunden werden – bei einigen Leistungen sind es mehr als 25.000. Auch die Preisgestaltung der Anbieter für spezielle Software erschwert die schnelle Digitalisierung. Diese Probleme können nur gemeinsam gelöst werden: Nur wenn alle Beteiligten zusammenarbeiten, können die Verwaltungsleistungen komplett digital angeboten werden. Wichtig ist, dass alle Behörden auf einfache und gut funktionierende Online-Dienste zugreifen können, die den Bürgerinnen und Bürgern und der Verwaltung echten Nutzen bringen. Damit die Digitalisierung überall funktioniert, brauchen wir mehr Zusammenarbeit und einheitliche Standards.
„Die Entlastung der Kommunen von Bürokratie ist prioritär“
