Der rheinland-pfälzische Steuerzahlerbund veröffentlicht ein Hundesteuerranking. Das zeigt gravierende Unterschiede zwischen den Kommunen.

Bei der Berechnung der Hundesteuer gibt es im Vergleich von Städten und Gemeinden große Unterschiede. Abhängig von Wohnort, Hunderasse und Anzahl der gehaltenen Hunde liegt die Höhe der Hundesteuer in Rheinland-Pfalz zwischen 45 Euro und 1.680 Euro. Das zeigt ein auf das Bundesland fokussiertes Hundesteuerranking des rheinland-pfälzischen Steuerzahlerbunds. Der fordert eine Abschaffung dieser „aufkommensschwachen Bagatellsteuer“.

Unterschiedliche Berechnungsmodelle für die Hundesteuer

Der Bund der Steuerzahler hatte diesbezüglich die 50 größten Kommunen von Rheinland-Pfalz untersucht. Da jede Gemeinde den Hebesatz für die Hundesteuer selbst bestimmen kann, kommt es zu teils unterschiedlichen und uneinheitlichen Ausprägungen. Etwa steigt in den meisten der untersuchten Kommunen der Steuersatz mit dem zweiten und dritten Hund an, jedoch nicht in allen (40 von 50). 35 der 50 Kommunen erheben außerdem eine sogenannte Kampfhundesteuer. Hundehalter müssen dort für Rassen, die als gefährlich gelten, mehr bezahlen.

Eine einheitliche Besteuerung ohne Rücksicht auf Rasse und Anzahl der gehaltenen Hunde kommt nach Angaben des Steuerzahlerbundes nur selten vor. Lediglich Neuwied (96 Euro pro Hund) und Bad Kreuznach (108 Euro pro Hund) nehmen pauschale Werte an und kategorisieren nicht nach Anzahl der Hunde oder Rasse.

Hundesteuerranking: Nieder-Olm günstig, Mainz teuer

Am günstigsten kommen in der Untersuchung des Steuerzahlerbunds Hundehalter in Nieder-Olm davon. Dort liegt die Hundesteuer für den ersten Hund bei 45 Euro pro Jahr. In der Landeshauptstadt Mainz ist es hingegen am teuersten: Da kostet der erste Hund 186 Euro. Das gleiche Ranking gilt für den zweiten Hund: Dafür sind in Nieder-Olm 60 Euro pro Jahr zu zahlen, in Mainz 216 Euro. Ab dem dritten Hund ist es für Hundebesitzer allerdings in Betzdorf mit 60 Euro am günstigsten; in Worms mit 230 Euro am teuersten.

Wie weit die Schere auseinandergehen kann, zeigt sich besonders in Sachen Kampfhundesteuer. Die verlangt Morbach in Höhe von 1.250 Euro pro Jahr für den ersten Hund. In Böhl-Iggelheim sind demgegenüber lediglich 50 Euro zu zahlen. Beim zweiten Kampfhund sind in Boppard 1.320 Euro und ab dem dritten 1.680 Euro zu berappen. In Montabaur hingegen kostet der zweite Hund 66 Euro und ab dem dritten jeder weitere 81 Euro pro Jahr.

Ausnahmen von der Hundesteuer

Es gibt jedoch auch Ausnahmen von der Hundesteuer. Etwa fällt für Tiere, die zu gewerblichen Zwecken gehalten werden, keine Steuer an. Zudem erheben alle der vom Steuerzahlerbund betrachteten 50 Kommunen keine Steuer auf Blindenhunde.

Darüber hinaus gewähren 16 der 50 Städte und Gemeinden eine Steuererleichterung bei der Aufnahme eines Hundes aus dem örtlichen Tierheim. Aber hierbei gibt es ebenfalls Unterschiede in der Handhabung: Die Steuererleichterung reicht von einer Ermäßigung bis zu einer Befreiung für die Dauer von zwei Jahren.

Steuerzahlerbund: „Politische Willkür“ bei Hundesteuer

In seiner Bewertung des Hundesteuervergleichs weist Steuerzahlerbund-Geschäftsführer René Quante auf die teils gravierenden Unterschiede zwischen den Kommunen bei der Berechnung der Steuer hin: „Die auffällige Spanne belegt, dass die Höhe der Hundsteuer nicht nur von sachlichen Erwägungen, sondern mehr von politischer Willkür geprägt ist. Auf die finanzielle Leistungsfähigkeit der Hundehalter wird ohnehin keine Rücksicht genommen.“

Quante meint: „Als aufkommensschwache Bagatellsteuer sollte die Hundesteuer endlich abgeschafft werden.“ Lediglich rund 20 Millionen Euro hätten die rheinland-pfälzischen Städte und Gemeinden 2020 über die Hundesteuer eingenommen. Das entspreche 0,43 Prozent des gesamten kommunalen Steueraufkommens von rund 4,6 Milliarden Euro.

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