Steigende Preise auf dem Spotmarkt für Strom und Gas stellen nicht nur Stromanbieter mit kurzfristiger Beschaffung auf die Probe, sondern auch viele Stadtwerke.

Die Stadtwerke Herrenberg stellen die Vermarktung für Strom und Gas an Neukunden ein. Ihnen könnten vorerst keine Tarife mehr angeboten werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Versorgers. Als Gründe nennen die Stadtwerke fehlende Neukundenkontingente und drohende Verluste bei einem Einkauf weiterer Strom- und Gasmengen zu den derzeit hohen Preisen.

Stark gestiegene Preise

Mit über 50 Cent je kWh liegen die Strompreise aktuell deutlich über den verfügbaren Tarifen der Stadtwerke Herrenberg. Gleichzeitig wenden sich nach dem Ausfall des Stromanbieters Grünwelt/Stromio dessen Kunden nun an die kommunalen Grundversorger.

„Die Entscheidung die Vermarktung für Neukunden einzustellen, ist uns nicht leicht gefallen. Dennoch stehen wir als Energieversorger in der Verantwortung, weiterhin handlungsfähig zu bleiben. Wir werden die Entwicklungen jedoch weiter beobachten“, erklärt Erster Bürgermeister Stefan Metzing.

Gesonderte Tarife für Neukunden

Bereits im Dezember 2021 hatten zahlreiche Stadtwerke in einer Umfrage des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) von ungeplanten Kundenzuwächsen berichtet – mehr als die Hälfte im dreistelligen Bereich. Die meisten von ihnen planen einen teureren Grundversorgungstarif für Haushaltsneukunden, um die höheren Spotmarktpreise weiterzugeben. Offen bleibt, wie diese Tarife nach einem Absinken der Spotpreise in die langfristig ausgerichteten Tarife für Bestandskunden überführt werden sollen.

gunther.schilling@faz-bm.de

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Mehr zum Thema erfahren Sie auf unserer Themenseite Stadtwerke.

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