Cash Management und Niedrigzinsen

04.05.17 15:42

Banken fordern weitere Strafzinsen

Von Katharina Schlüter

Während hochverschuldete Kommunen von der Niedrigzinsphase profitieren, wissen andere nicht, wie sie ihr Geld kurzfristig ohne Verluste anlegen sollen. Kommunen sind mit dieser Problematik nicht allein.

Viele Banken verschärfen aktuell ihre Politik bei kurzfristigen Einlagen. Dies berichtet die DNK-Schwesterpublikation „Der Treasurer“ in seiner aktuellen Ausgabe. Basis dieser Einschätzung sind  Gespräche mit Finanzverantwortlichen von Unternehmen. So würden beispielsweise frühere Kulanzregelungen und Freibeträge immer weiter reduziert.

 

Dies deckt sich mit Recherchen des ebenfalls in der Verlagsgruppe erscheinenden Magazins FINANCE. So habe beispielsweise die HSBC Deutschland im Rahmen einer Bankenumfrage geschrieben: „Nach der Zinssenkung der EZB im März 2016 belegten unsere Wettbewerber vermehrt größere Einlagen von Firmenkunden mit Gebühren oder negativen Zinsen.“ Da die HSBC daraufhin „starke Zuflüsse“ zu verzeichnen gehabt hätte, würde man seit Mitte 2016 selbst ebenfalls negative Zinsen in Rechnung stellen. Laut FINANCE zeigt die Umfrage aber auch, dass die Geldinstitute weiter nach Wegen suchen, um negative Zinsen zu vermeiden.

 

Parallel dazu strengen sich natürlich auch die Unternehmen selbst an, negative Zinsen zu umgehen. So zitiert FINANCE Sigurd Dahrendorf, Leiter Treasury bei Knorr-Bremse: „Wir können unsere freien Mittel immer noch gut anlegen, streuen aber über mehrere Banken und berücksichtigen dabei das Rating und Credit Default Swaps.“ Auch auf Fremdwährungen setzt der Knorr-Treasurer.

 

k.schlueter@derneuekaemmerer.de