Diskussion um Besetzung der Kämmererstelle in Köln

27.06.18 13:08

Köln: Stadtkämmerin Klug soll nicht wiedergewählt werden

Von Sarah Nitsche

Die Kölner Grünen wollen die Kämmererstelle öffentlich ausschreiben. Für die grüne Stadtkämmerin Gabriele C. Klug soll es keine Verlängerung ihrer Amtszeit geben – offiziell aus Altersgründen.

Die Ratsfraktion der Grünen in Köln hat sich gegen eine Wiederwahl von Stadtkämmerin und Parteikollegin Gabriele C. Klug ausgesprochen. Wenn Klugs Amtszeit am 7. Dezember regulär endet, solle die Stelle öffentlich ausgeschrieben werden. Das hat die Fraktion für die kommende Ratssitzung am 5. Juli beantragt.

 

Zur Begründung verweist die Fraktion auf das Alter der amtierenden Stadtkämmerin. Würde Klug erneut für acht Jahre – so ist es regulär vorgesehen – wiedergewählt, würde die heute 63-jährige Kämmerin nach zwei Jahren die Pensionsaltersgrenze erreichen. Die Fraktion will aber „die erfolgreiche Arbeit für eine nachhaltige Haushaltspolitik möglichst nahtlos“ fortsetzen, heißt es in einer Mitteilung. Die Grünen haben das Vorschlagsrecht für die Besetzung des Kämmererpostens.

 

Die lokalen Medien vermuten unterdessen, dass persönliche Spannungen zu dem Vorstoß der Grünen-Fraktion geführt haben könnten. Berichten zufolge soll das Verhältnis zwischen der Stadtkämmerin und der grünen Fraktionsspitze sowie zur parteilosen Oberbürgermeisterin Henriette Reker zerrüttet sein. Keinerlei Verständnis für den Vorstoß der Grünen zeigte dagegen der Kölner SPD-Bürgermeister Ralf Heinen. Gegenüber der Kölnischen Rundschau bezeichnete er das Vorgehen als „respektlos“. Es habe während der gesamten Amtszeit von Klug „keine substantielle Kritik“ an ihrer Arbeit gegeben.

 

s.nitsche@derneuekaemmerer.de