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24.04.19
Recht & Steuern

Auch München ermittelt gegen Wiesbadens OB Gerich

Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich ist in das Visier zweier Staatsanwaltschaften geraten. Nachdem im Januar bekannt wurde, dass die Staatsanwaltschaft Wiesbaden ermittelt, durchsuchte nun die Staatsanwaltschaft München Gerichs Büro. Der Verdacht lautet auf Vorteilsannahme.

Wegen des Verdachts der Vorteilsannahme ermittelt auch die Staatsanwaltschaft München gegen den amtierenden Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD). Am 11. April hatten Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft das Büro von Gerich in Wiesbaden durchsucht, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf Nachfrage von DNK. Seit dem vergangenen August stehe der Oberbürgermeister bereits unter Beobachtung der Münchener Staatsanwaltschaft.

Im Kern geht es um Urlaube, die Gerich unter anderem mit dem Münchener Unternehmer Roland Kuffler verbracht hat und um eine Oktoberfesteinladung. Daher ist der Wiesbadener Oberbürgermeister auch ins Visier der Münchener Staatsanwaltschaft geraten. Wie DNK berichtete, hatte die Staatsanwaltschaft Wiesbaden Ende Januar ein Ermittlungsverfahren gegen Gerich eingeleitet. Damals teilte Gerich mit, dass er nicht für eine weitere Amtszeit als Oberbürgermeister bei der Wahl Ende Mai diesen Jahres kandidieren werde.

Gerich befindet sich derzeit in Urlaub und war daher für eine Stellungnahme selbst nicht zu erreichen. Auf Anfrage von DNK bestätigte ein Rathaussprecher in Abstimmung mit der Anwältin von Gerich, dass Vertreter der Staatsanwaltschaft München das Wiesbadener Rathaus in der vorvergangenen Woche aufgesucht und dort die Herausgabe von Unterlagen angefordert hätten. „Eine solche Überprüfung ist in derartigen Fällen absolut üblich. Wir kooperieren eng mit der Staatsanwaltschaft und haben dieses Vorgehen daher in jeder Hinsicht unterstützt“, teilte der Pressesprecher schriftlich mit. Zu weiteren Details könne und werde sich Gerich nicht äußern.

ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de

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