Am Hessischen Rechnungshof geht eine Ära zu Ende: Ende August hat sich Ulrich Keilmann, der langjährige Leiter der Überörtlichen Prüfung Kommunaler Körperschaften (ÜPKK), in den Ruhestand verabschiedet. Bei einer Abschiedsfeier würdigten zahlreiche Weggefährten das Wirken Keilmanns, der sich als engagierter Sprecher und Autor in den vergangenen Jahrzehnten weit über Hessen hinaus einen Namen gemacht hat.
„Auf allen staatlichen Ebenen gestaltet“
„Herr Dr. Keilmann hat auf allen staatlichen Ebenen von Europa über den Bund bis zur Landesebene Haushalts- und Finanzpolitik gestaltet und konnte dieses Wissen in den zurückliegenden 13 Jahren zum Wohle der Hessischen Kommunen in der Überörtlichen Prüfung Kommunaler Körperschaften am Hessischen Rechnungshof aktiv einbringen“, erklärt Rechnungshofspräsident Uwe Becker. Besonders mit seinem Werben für eine stärkere Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und eine engere interkommunale Zusammenarbeit habe Keilmann wichtige Akzente gesetzt. „Mit seinem Engagement bei der Entschuldung Hessischer Kommunen hat er an der Sicherung der Handlungsfähigkeit von Städten, Kreisen und Gemeinden an vorderster Stelle mitgewirkt“, ergänzt Becker.
Keilmann war seit Juli 2013 Leiter der ÜPKK beim Hessischen Rechnungshof in Darmstadt. Zuvor arbeitete der promovierte Volljurist ab Mitte 1997 für das Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz, wo er das Grundsatzreferat in der Haushaltsabteilung zur Steuerung der Ausgabenbudgetierung und der Kosten- und Leistungsrechnung sowie zu Grundsatzfragen Haushaltsrecht und Haushaltssystematik leitete. Darüber hinaus zählen das Bundesministerium der Finanzen, die Deutsche NATO-Vertretung beim Auswärtigen Amt in Brüssel sowie das Bundesministerium der Verteidigung zu Keilmanns Stationen.
„Ein bisschen ungewohnt fühlt sich das schon an“
Dass Keilmann, der nach eigenen Angaben auf bislang gut 100 Veröffentlichungen zurückblicken kann und auch Kolumnist dieser Redaktion ist, sich künftig aus der öffentlichen Debatte zurückzieht, konnten sich die zahlreichen Gratulanten bei seiner Verabschiedung kaum vorstellen.
„Ein bisschen ungewohnt fühlt sich das schon an“, sagt Keilmann gegenüber DNK. „Gleichzeitig freue ich mich auf das, was jetzt kommt und darauf, einige der Themen, die mich in den vergangenen Jahren begleitet haben, aus einer etwas anderen Perspektive weiterzuverfolgen.“ Seine regelmäßige DNK-Kolumne möchte er in jedem Fall fortführen. Denn: „An Kommunalfinanzen, Haushaltssteuerung, Digitalisierung, Organisation und neuen Ideen für die kommunale Praxis wird es schließlich auch künftig nicht mangeln.“
Präsident Becker übernimmt Keilmanns Aufgabe
Der Hessische Rechnungshof hat unterdessen bereits eine Nachfolgeregelung für Keilmanns Posten bekanntgegeben: Präsident Uwe Becker selbst übernimmt die operative Leitung der ÜPKK. „Meine langjährige Erfahrung gerade auch auf kommunaler Ebene möchte ich nutzen, um dringend notwendige Reformen für Deutschlands Städte, Kreise und Gemeinden von Hessen aus mit anzustoßen“, erklärte Becker dazu. Becker war ab 2004 hauptberuflich in der Stadtpolitik von Frankfurt am Main aktiv, von 2007 bis 2021 war er Kämmerer der Bankenmetropole und in dieser Funktion auch Mitglied des Fachbeirats dieser Zeitung.
s.doebeling@derneuekaemmerer.de
Dr. Sarah Döbeling ist gemeinsam mit Vanessa Wilke Chefredakteurin der Zeitung „Der Neue Kämmerer“. Sarah Döbeling hat Rechtswissenschaften in Kiel studiert und zu einem konzernrechtlichen Thema promoviert. Im Anschluss an ihr Volontariat bei der F.A.Z. BUSINESS MEDIA GmbH war sie bis 2015 Redakteurin des Magazins „FINANCE“ und verantwortete zudem redaktionell die Bereiche Recht und Compliance innerhalb von F.A.Z. BUSINESS MEDIA. Nach weiteren Stationen beim Deutschen Fachverlag und in einer insolvenzrechtlich ausgerichteten Kanzlei kehrte Sarah Döbeling im September 2017 in die F.A.Z.-Verlagsgruppe zurück und leitet seitdem die Redaktion der Zeitung „Der Neue Kämmerer“.

