Wuppertal: Kämmerer Slawig geht in Rente

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Der langjährige Kämmerer der Stadt Wuppertal, Johannes Slawig, geht jetzt doch – wie ursprünglich vorgesehen – Ende Oktober in den Ruhestand. Mitte des vergangenen Jahres sei er gefragt worden, ob er für eine Wiederwahl und eine weitere Amtszeit von 16 Monaten zur Verfügung stehe, schreibt er in einer persönlichen Erklärung, die DNK vorliegt. Dazu hatte er sich zunächst bereiterklärt.

Slawigs reguläre Amtszeit hätte ursprünglich schon im Februar 2021 mit Erreichen der Regelaltersgrenze geendet. Sie war aber auf Antrag des Kämmerers 2018 bis zum Ende der Amtsperiode am 31. Oktober 2022 verlängert worden – DNK berichtete.

Kämmerer: Wiederwahl wäre unzulässig

Um rechtliche Sicherheit für eine erneute Verlängerung zu schaffen, hatte jetzt Slawig selbst die Kommunalaufsicht um Prüfung gebeten, wie der Kämmerer in seiner Erklärung schreibt. Jetzt liegt das Ergebnis der Prüfung vor. Angesichts der dort formulierten Rechtslage seien ein Hinausschieben des Ruhestandes und eine Wiederwahl unzulässig. „Dies bedauere ich sehr, hätte ich doch gern in der sehr schwierigen Situation des städtischen Haushaltes meine Erfahrung und meine Kenntnisse zur Lösung der Probleme eingebracht“, sagt der Kämmerer.

Slawig wäre gern Kämmerer der rund 355.000-Einwohnerstadt im Bergischen Land geblieben. Er begründet dies einerseits mit der „äußerst kritischen Entwicklung des städtischen Haushaltes angesichts von Corona“. Dazu seien jetzt noch der Ukrainekrieg und dessen Effekte auf die Stadt sowie damit verbunden den kommunalen Haushalt hinzugekommen. Andererseits hätte im Jahr 2024 eine umfassende Neustrukturierung des Verwaltungsvorstandes erfolgen können, „wenn andere personelle Entscheidungen anstehen“.

Oberbürgermeister zollt Slawig Respekt

In Wuppertal war schon seit einiger Zeit über die erneute Verlängerung von Slawigs Amtszeit diskutiert worden. „Mit seiner Erklärung schafft Johannes Slawig in einer schwierigen Gemengelage Klarheit für den weiteren Prozess der Dezernatsbesetzung. Dafür gilt ihm mein Dank und Respekt“, kommentiert Oberbürgermeister Uwe Schneidewind den Vorgang in einer Pressemitteilung.

„Ich werde jetzt darangehen, im engen Austausch mit den Fraktionen zügig das weitere Vorgehen für die künftige Dezernatsstruktur und den Prozess der Dezernatsbesetzungen festzulegen.“ Mit Blick auf den Doppelhaushalt 2022/23 ist Schneidewind zuversichtlich, dass der Stadtrat bis zum Herbst 2022 einen entsprechenden Beschluss fasst, so dass zum Zeitpunkt des Ausscheidens von Johannes Slawig eine solide Grundlage für die aktuelle Haushaltsperiode gegeben ist.

ak.meves@derneuekaemmerer.de

Anne-Kathrin Meves

Anne-Kathrin Meves ist Redakteurin der Zeitung „Der Neue Kämmerer“. Nach dem Studium der Anglistik, Geschichte und Wirtschaftswissenschaften (M.A.) hat sie ein Volontariat beim Deutschen Fachverlag in Frankfurt am Main absolviert. Danach wechselte sie 2011 als Redakteurin zu Frankfurt Business Media, dem FAZ Fachverlag. Zunächst schrieb sie dort für die Magazine „FINANCE“ und „Der Treasurer“. 2018 wechselte sie in das Redaktionsteam von „Der Neue Kämmerer“.