Bezahlbarer Wohnraum ist auch in Rottenburg knapp. Darauf weist Oberbürgermeister Stephan Neher anlässlich des Kaufs von 105 Wohnungen im neuen Quartier „Neckar.Au Viertel“ hin: „Die von uns erworbenen Mietwohnungen werden wesentlich dazu beitragen, dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum in Rottenburg am Neckar zu schaffen und langfristig zu sichern.“ Die Stadt erwirbt die Wohnungen für ihren städtischen Eigenbetrieb, die Wohnbau Rottenburg am Neckar (WBR).
Die südwestlich von Stuttgart gelegene Stadt mit ihren 44.300 Einwohnern profitiert von ihrer Lage im wirtschaftlichen Zentrum Baden-Württembergs. Doch diese Attraktivität schlägt sich auch in einer starken Nachfrage nach Wohnungen nieder. Die Mieten in Rottenburg am Neckar sind in den vergangenen fünf Jahren um gut 21 Prozent gestiegen. Inzwischen liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete laut Immobilienscout24 bei 10,15 Euro je Quadratmeter.
Bezahlbarer Wohnraum durch geförderte Mieten
Entsprechend froh ist die Stadt, dass der Immobilienentwickler Instone die schlüsselfertige Realisierung eines neuen Wohnquartiers übernommen hat. Im „Neckar.Au Viertel“ baut Instone gerade 400 Wohnungen, von denen nun 105 von der Stadt gekauft wurden. Darunter sind 95 geförderte Wohnungen, deren Miete in den nächsten 40 Jahren 40 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen wird. Die Wohnungen liegen im Nordosten des Quartiers, das unter dem Projektnamen „Neckar.Sustain“ besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legt.
Mit dem Bau der drei von der Stadt gekauften Wohngebäude soll im Frühjahr 2024 begonnen werden. Darin werden überwiegend Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen angeboten sowie wenige Ein-Zimmer-Wohnungen ab 46 Quadratmeter und Fünf-Zimmer-Wohnungen bis 144 Quadratmeter Wohnfläche. Die Gebäude erhalten Photovoltaikanlagen, entsprechen dem KfW-55-Energieeffizienzhausstandard und werden von den Stadtwerken Rottenburg am Neckar mit Nahwärme versorgt.
g.schilling@derneuekaemmerer.de
Gunther Schilling ist Verantwortlicher Redakteur Public Sector mit Schwerpunkt „#stadtvonmorgen“. Für „Der Neue Kämmerer“ schreibt er insbesondere über die Themen Haushalt und kommunale Unternehmen. Der Diplom-Volkswirt ist seit 1990 als Redakteur in der F.A.Z.-Verlagsgruppe tätig. Das Team von „Der Neue Kämmerer“ verstärkt Gunther Schilling seit Januar 2022. Zuvor war er Leitender Redakteur des Außenwirtschaftsmagazins „ExportManager“.

