Bergerhoff abgewählt: Serke ist neue Kämmerin der Stadt Frankfurt

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Eines steht wohl außer Frage: Bastian Bergerhoff wäre gern Kämmerer der Stadt Frankfurt am Main geblieben, aber nach ziemlich genau fünf Jahren endete nun vergangene Woche seine Amtszeit im Römer, weil seine Partei, die Grünen, seit den Kommunalwahlen im März nur noch zweitstärkste Kraft in der Mainmetropole sind. Vor diesem Hintergrund hatten die Grünen im Rahmen der Koalitionsvereinbarung zugestimmt, den Posten des Kämmerers an die CDU abzugeben und den für das Personaldezernat an die SPD.

Bergerhoff traf diese Entscheidung hart, denn er hätte gern weitergemacht. Der promovierte Physiker kam 2021 quasi als Quereinsteiger ins Amt. Er hatte rund 20 Jahre in der IT-Branche und einige Jahre im Controlling gearbeitet. 2021 kandidierte er erstmals für das Frankfurter Stadtparlament.

Vom Einarbeiten zum Vorantreiben

Im Interview fragte DNK ihn damals, ob er das nötige Rüstzeug für das Amit mitbringe. Bergerhoff antwortete: „Auf meine neue Aufgabe blicke ich mit Respekt, und hätte ich nicht Ämter mit ausgezeichneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, hätte ich ein Problem. Aber tatsächlich besteht meine Aufgabe vor allem darin, zu steuern und zu vermitteln. Natürlich muss ich die Dinge verstehen, aber da ich einige Jahre im Controlling gearbeitet habe, fällt es mir leicht, mich einzuarbeiten.“ Und das tat er. Mit viel Engagement brachte er sich unter anderem beim Deutschen Städtetag, als Präsident des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV) Hessen und als Mitglied des redaktionellen Fachbeirats dieser Zeitung ein und zentrale Themen wie die Wirkungsorientierung, die Neuordnung von Organisationsstrukturen innerhalb der Verwaltung und strukturelle Veränderungen in seinem Verantwortungsbereich Kliniken voran.

Ermöglicher in der Dauerkrise

Als Finanz- und Personalverantwortlicher habe er sich immer als „Ermöglicher“ gesehen, schreibt Bergerhoff in einem Beitrag, den er auf seiner persönlichen Website veröffentlicht hat, um zurückzublicken und Bilanz zu ziehen. Dabei fiel seine Amtszeit in eine von Krisen geprägte Zeit. „Die Außenwelt war eigentlich zu keinem Zeitpunkt im ‚Normalzustand‘“, schreibt er. 2021 seien noch die Auswirkungen von Corona zu spüren gewesen. Am Tag, für den er die Einbringung des Haushalts 2022 geplant hatte, überfiel Russland die Ukraine. Die Inflation sei zurückgekommen, und damit die Zinsen und steigende Personal- und Sachkosten. Die Energieversorgung habe sichergestellt werden müssen. Und die Infrastruktur, analog und digital, habe auf Angriffe vorbereitet und dagegen abgesichert werden müssen.

Bilanz und Blick nach vorn

„Ich habe die Aufgabe als Stadtkämmerer und Personaldezernent in den letzten Jahren mit Haut und Haaren und sehr gerne wahrgenommen“, sagt er in einem persönlichen Statement gegenüber DNK. „Die Kommunen sind unter anhaltendem Druck – sowohl finanziell wie auch hinsichtlich der aus der Klimakatastrophe erwachsenden Transformationsaufgaben und beim Erhalt des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Das galt und gilt weiterhin auch für Frankfurt am Main. Dennoch waren wir in den vergangenen Jahren in der Lage zu gestalten. Ich hoffe, das wird auch in Zukunft noch möglich sein. Hierzu werden allerdings auch Bund und Länder beitragen müssen“, fasst Bergerhoff zusammen, der laut seinem Linkedin-Profil „aktuell auf der Suche nach spannenden Aufgaben“ ist.

Nun gibt es zum ersten Mal in der Geschichte Frankfurts eine Stadtkämmerin: Am 27. August wählte die Stadtverordnetenversammlung Susanne Serke (CDU) in dieses Amt. Serke ist auch für Beteiligungen zuständig. Die Bankbetriebswirtin studierte an der Sparkassen-Akademie Hessen-Thüringen. Seit 1999 war sie in einem Frankfurter Kreditinstitut beschäftigt und seit 2011 Mitglied in einem Frankfurter Ortsbeirat, dem sie seit 2016 vorstand.

Vanessa Wilke ist gemeinsam mit Sarah Döbeling Chefredakteurin der Zeitung „Der Neue Kämmerer“. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster arbeitete Vanessa Wilke als freie Journalistin beim Handelsblatt, bis sie 2003 ihr Volontariat bei FINANCE begann. Dort entwickelte sie im Jahr 2004 die Zeitung „Der Neue Kämmerer“ sowie den „Deutschen Kämmerertag“ und leitete anschließend die Redaktion. 2017 begann sie mit der Entwicklung von „OBM – Zeitung für Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister“. 2020 folgte die Weiterentwicklung dieses Themenfelds in der Plattform #stadtvonmorgen, die seitdem ebenfalls zu ihrem Verantwortungsbereich zählt.