Dresden will mit dem Wohnungsunternehmen Vonovia kooperieren. Für die Stadt geht es auch um verlorengegangenen Einfluss auf den Wohnungsmarkt.

Die Stadt Dresden möchte mit dem Wohnungsunternehmen Vonovia in Bezug auf die lokale Wohnraumsituation eine gemeinsame Strategie entwickeln. Dies teilte sie am Dienstag mit. Dabei stehen die Themenfelder der städtischen Sozialplanung, der Quartiersentwicklung und des Klimaschutzes im Fokus. Es handelt sich um die thematisch wohl umfassendste Kooperation zwischen einer Kommune und einem privatwirtschaftlichen Wohnungsunternehmen. Das Ziel der Stadt ist es, neuen Wohnraum zu schaffen. Zudem verhandelt sie über den Kauf von 3.000 Wohnungen.

Hilbert: Vonovia „einer der wichtigsten Partner“ für Dresden

Die neue Kooperation hängt auch mit dem geringen Einfluss der Stadt auf den lokalen Wohnungsmarkt zusammen. Zu Beginn der 2000er Jahre verkaufte die Stadt ihre kommunale Wohnungsbaugesellschaft und damit ihr komplettes Portfolio an Wohnungen. Damit entschuldete sie sich. Gleichzeitig verlor sie allerdings ihren Wohnungsbestand als sozialräumliches Steuerungsinstrument. 2017 gründete sie eine neue kommunale Wohnungsbaugesellschaft, die „Wohnen in Dresden“ (WiD). Deren Wohnungsbestand ist allerdings bislang noch gering.

Die ehemals kommunalen Wohnungen befinden sich heute im Besitz von Vonovia. Insgesamt hält das Unternehmen über 45.000 Wohnungen in der sächsischen Landeshauptstadt. Damit sei Vonovia „einer der wichtigsten Partner“ der Stadt, sagt Oberbürgermeister Lukas Hilbert mit Blick auf urbane Herausforderungen wie den Klimawandel, die Energiewende oder Aspekte des gesellschaftlichen Zusammenhalts in den Quartieren. Von der neuen Kooperation erwartet sich Hilbert positive Impulse für die Stadtentwicklung.

Kooperation: Quartiersentwicklung und Klimaschutz

Um im Bereich der Quartiersentwicklung zu kooperieren, haben die Stadt Dresden und das Wohnungsunternehmen die soziale Durchmischung der Quartiere im Blick. So zielt die Kooperation unter anderem darauf auf, die Belegrechte, die die Stadt an rund 10.000 Vonovia-Wohnungen hält, im Stadtgebiet umzuverteilen. Dabei handelt es sich um Wohnungen, die die Kommune in sozialen Härtefällen belegen kann. Zudem möchten die Stadt und das Wohnungsunternehmen in Quartieren mit besonderen Entwicklungsbedarfen das nachbarschaftliche Zusammenleben und das bürgerschaftliche Engagement unterstützen.

Im Bereich der Klimaarbeit bezieht sich die geplante Kooperation insbesondere auf die Energieversorgung, den Einsatz erneuerbarer Energien sowie die Nutzung städtischer Fernwärme. Darüber hinaus will das Wohnungsunternehmen pilothaft innovative Modellprojekte zur Optimierung der Energiesituation bestehender Gebäude in Dresden umsetzen.

a.erb@derneuekaemmerer.de

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