Die Berliner Wohnungsbau-Aktiengesellschaft Gewobag hat eine Sozialanleihe begeben. Mit den Erlösen soll bezahlbarer Wohnraum in der Hauptstadt geschaffen werden.

Das kommunale Wohnungsunternehmen Gewobag hat eine Anleihe in Höhe von 500 Millionen Euro emittiert. Die Laufzeit beträgt sechs Jahre, der Kupon 0,125 Prozent. Wie die Berliner Wohnungsbau-Aktiengesellschaft mitteilt, ist der Social-Bond bei Investoren gut angekommen: Das Orderbuch wurde demnach 2,8-fach überzeichnet.

Die Rating-Agentur Moody’s hat die Anleihe mit einem A2-Rating bewertet. Als Konsortialführer fungierte die Unicredit. Gleichzeitig hat die Gewobag ein Debt Issuance Programme aufgelegt, mit dem sie sich zukünftig einen flexiblen Zugang zu Fremdkapitalmärkten erhofft. Arrangeur des Programms war J.P. Morgan.

Bezahlbarer Wohnraum durch Sozialanleihe

Mit dem Erlös aus der Sozialanleihe will die Gesellschaft bezahlbaren Wohnraum schaffen. Sie beabsichtige, „einen Betrag in Höhe der Nettoerträge der Anleihe in förderungswürdige soziale Assets zu investieren“, heißt es in der Mitteilung.

2019 hatte die Gewobag bereits einen 700 Millionen Euro schweren Schuldschein begeben. Dabei soll es sich um den bis zu dem Zeitpunkt größten Schuldschein eines Immobilienunternehmens gehandelt haben.

München ebenfalls mit Social-Bond

Nun hat die Gewobag laut der Unicredit als erste Wohnungsbaugesellschaft in Deutschland eine Sozialanleihe emittiert. Bisher würden das Feld zwar Public Sector-Emittenten und Banken dominieren. Der Markt für Social Bonds in Deutschland habe sich zuletzt allerdings insgesamt dynamisch entwickelt: Von Januar bis Mai wurden Sozialanleihen mit einem Gesamtvolumen von 128 Milliarden Euro platziert – „fast so viel wie im Gesamtjahr 2020“, teilt die Bank mit.

Im vergangenen Jahr hat die Landeshauptstadt München als erste europäische Großstadt einen Social-Bond begeben – DNK berichtete.

a.jarchau@derneuekaemmerer.de

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