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Studie: Öffentliche Hand vernachlässigt Risikomanagement

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Viele öffentliche Unternehmen und Institutionen in Deutschland nutzen offenbar noch keine Governance-Systeme, wie beispielsweise Risikomanagementsysteme, Compliance-Managementsysteme, interne Kontrollsysteme oder interne Revisionen. Dies zeigen die Ergebnisse der Studie „Governance-Systeme in Institutionen der öffentlichen Hand – Status quo und Handlungsbedarf“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und dem Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre der Universität Paderborn.

Die Autoren der Studie argumentieren, dass Institutionen den Einsatz solcher Systeme ausbauen und verbessern müssen, um immer komplexer werdende Anforderungen und Regelungsbedarfe einhalten und Risiken verringern zu können. Andernfalls riskierten sie Reputationsverluste, Geldstrafen oder weitere strafrechtliche Konsequenzen.

Insgesamt 64 Institutionen haben an der Studie teilgenommen, darunter 19 Ver- und Entsorger sowie 16 Kernverwaltungen. Weitere Teilnehmer sind Kliniken, Hochschulen, Unternehmen im ÖPNV, Wohnungsunternehmen, Stiftungen und Vereine. Zumeist handelt es sich bei ihnen um mittelgroße bis große Institutionen mit 50 bis 5.000 Mitarbeitern und einem Umsatz beziehungsweise Etat von bis zu 999 Millionen Euro.

Schwachstelle Zeitmangel bei Risikomanagementsystemen

Laut den Autoren der Studie schätzen zwar über 90 Prozent der befragten Institutionen Governance-Systeme als wichtig ein, um „ihre Sorgfaltspflichten zu erfüllen und ihre Geschäftsrisiken zu reduzieren.“ Immerhin 63 Prozent nutzen zumindest ein System, doch jede fünfte Institution verfügt offenbar über keines der untersuchten Systeme. Dies sei „bedenklich und spiegele die tägliche Beratungspraxis von PwC wider“, sagt Marco Galioto, Experte für Governance-Systeme im öffentlichen Sektor und studienverantwortlicher PwC-Partner.

In Institutionen, die mit mindestens einem System arbeiten, sind der Studie zufolge Risikomanagement-Systeme (63 Prozent) und interne Kontrollsysteme (58 Prozent) weiterverbreitet als interne Revisionssysteme (52 Prozent) und Compliance-Managementsysteme (34 Prozent).

Die Studie erfragte auch die Schwachstellen bei den eingesetzten Governance-Systemen. Hier rangieren an erster Stelle mit 81 Prozent, „unzureichende zeitliche Kapazitäten“,  gefolgt von „unzureichende personelle Ausstattung“ (68 Prozent) und „nachrangige Priorisierung von Themen im Zusammenhang mit Governance“ (62 Prozent). Als kleinste Schwachstelle entpuppten sich „finanzielle Mittel“. Mangelnde finanzielle Ressourcen waren nur bei 35 Prozent der Befragten eine Hürde.

 
ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de

Anne-Kathrin Meves

Anne-Kathrin Meves ist Redakteurin der Zeitung „Der Neue Kämmerer“. Nach dem Studium der Anglistik, Geschichte und Wirtschaftswissenschaften (M.A.) hat sie ein Volontariat beim Deutschen Fachverlag in Frankfurt am Main absolviert. Danach wechselte sie 2011 als Redakteurin zu Frankfurt Business Media, dem FAZ Fachverlag. Zunächst schrieb sie dort für die Magazine „FINANCE“ und „Der Treasurer“. 2018 wechselte sie in das Redaktionsteam von „Der Neue Kämmerer“.