Frau Welge, Sie hatten bereits Ihren Karrierestart als Kämmerin am Niederrhein erwähnt, warum arbeiten Kämmerinnen auch heute offenbar noch immer häufiger eher in den kleineren Städten?
Xanten war für mich als Mutter mit zwei kleinen Kindern ganz klar ein Wohlfühlstandort für Familien. Meine Töchter haben sich dort auch schnell zu Hause gefühlt, und ich habe mir gedacht, ich probiere das jetzt aus! An der Hochschule habe ich sehr theorielastig gearbeitet, da war der Weg in die Praxis für mich eine willkommene Abwechslung. Ich vermute, dass Frauen vielfach auch heute noch ähnlich denken. Vielleicht liegt es auch daran, dass man in den kleineren Städten sein Können als Kämmerin leichter unter Beweis stellen kann, beziehungsweise daran, dass Erfolge schneller sichtbar werden. In Xanten habe ich die Erfahrung gemacht, dass schnell erkannt wurde: „Die kann was“. Daraus ist gegenseitiger Respekt und Achtung erwachsen.
„Wann herrscht eigentlich Gleichberechtigung?“
