Um sich steuerlich abzusichern, sollten Unternehmen und Kommunen ein Tax Compliance Management-System einführen, legen die Autoren einer aktuellen Studie nahe. Zwar sind solche Systeme noch nicht weit verbreitet, doch Kommunen sind oftmals schon weit in der Planung fortgeschritten.

Die steuerlichen Anforderungen an die Gesundheits- und Sozialwirtschaft, Kirchen und Kommunen wachsen kontinuierlich. Dies gilt laut einer aktuellen Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Curacon besonders im Hinblick auf die Komplexität der jeweiligen Organisation und des Steuerrechts.

Eine Möglichkeit dieser zunehmenden Komplexität zu begegnen, ist laut den Autoren der Studie die Einführung eines unternehmenseigenen Tax Compliance Management Systems (TCMS). Doch bislang nutzen erst wenige Unternehmen und Kommunen dieses Instrument. Nur 8 Prozent der Befragten gaben an, bislang ein umfangreiches TCM-System etabliert zu haben. Ein solches System verringert laut dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen steuerliche Risiken.

Kommunen planen Einführung von TCMS

Bislang setzen Unternehmen und Kommunen vor allem auf die Unterstützung von externen Steuerberatern. Insgesamt 87 Prozent der Befragten gaben an, so für steuerliche Sicherheit zu sorgen. Dennoch wurden 66 Prozent der befragten Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren einer Betriebsprüfung unterzogen. In 85 Prozent dieser Fälle ergaben sich steuerliche Nachforderungen. Ein Viertel der Befragten musste dabei im gleichen Zeitraum eine „relevante Korrektur“ ihrer Steueranmeldungen, beziehungswiese ihrer Erklärungen vornehmen.

Bei den befragten Gebietskörperschaften ergibt sich teilweise ein anderes Bild. Zwar nutzen hier auch nur 6 Prozent der Befragten bereits ein TCM-System. Doch 88 Prozent planen die Einführung in naher Zukunft. Laut den Studienautoren zeigen sich bei den Gebietskörperschaften insgesamt erste Schritte in Richtung eines umfangreichen Systems. So haben 44 Prozent der befragten Städte und Kommunen bereits einen Tax-Compliance-Beauftragten ernannt. Weitere Schritte sind hier beispielsweise das Erstellen von Steuerrichtlinien oder Risiko-Kontroll-Matrizen. Diese setzten 13 Prozent der befragten Städte bereits um.

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Betriebsprüfung in jeder zweiten Gebietskörperschaft

Doch auch bei den Kommunen und Landkreisen setzt die überwiegende Mehrheit, ähnlich wie bei den Unternehmen, auf die Dienste eines Steuerberaters. Nur 38 Prozent der Gebietskörperschaften lassen jedoch auch die Steuererklärung von einem Steuerberater machen – die übrigen 62 Prozent erstellen diese selbst. Im übrigen Teilnehmerkreis der Befragung gaben hingegen nur 18 Prozent an, ihre Steuererklärung selbst zu erstellen. 13 Prozent der Städte und Kommunen nehmen gar keine externe Steuerberatung wahr.

Die Hälfte der Gebietskörperschaften wurde in den vergangenen fünf Jahren einer Betriebsprüfung unterzogen – im Vergleich zu den Unternehmen (66 Prozent) – eine deutlich geringere Quote. Laut den Studienautoren ist hierbei besonders auffällig, dass aus 60 Prozent der Prüfungen Nachforderungen in Höhe von lediglich bis zu 10.000 Euro entstanden seien. Die übrigen 40 Prozent ergaben sogar eine Erstattung zu viel entrichteter Steuern.

ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de

Info

Die „TCMS-Studie – Mit TCMS sicher landen… in unsicheren Zeiten“ ist das Ergebnis einer Online-Befragung, die Curacon zwischen Anfang Juli bis Ende August 2020 durchführte – mit insgesamt 123 verwertbaren Rückläufern. Darauf aufbauend wurden Mitte Oktober 2020 Experten befragt. 14 Prozent der Umfrageteilnehmer sind Führungskräfte in Gebietskörperschaften.

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