Frau Zeller, Sie haben bereits im vergangenen Jahr gemahnt, dass es finanziell eng für Münster werden wird. Ihre Prognose hat sich mit der Ankündigung eines Sparkonzepts im April offenbar bewahrheitet. Wie ist die Stadt in diese Lage geraten?
Die Erkenntnis, dass wir etwas tun müssen, ist spätestens seit der Einbringung des letzten Haushalts sichtbar geworden. Doch die Haushalte sind im Plan schon seit zehn Jahren nicht mehr ausgeglichen. In Münster liegt damit eindeutig ein strukturelles Defizit vor, und das muss klar so benannt werden. In wirtschaftlich guten Zeiten hat sich diese Situation insofern relativiert, als sich die Ertragsseite in der Vergangenheit dann doch immer noch etwas besser entwickelt hat als zuvor geplant. Von dem dramatischen Einbruch des Finanzierungssaldos im vergangenen Jahr sind jedoch alle Kommunen in Deutschland betroffen. Die Finanzwelt hat sich gedreht, auch in Münster. Wir können uns heute und absehbar in Zukunft nicht mehr auf ertragsseitige dynamische Steigerungen, wie wir sie in der Vergangenheit gesehen haben, verlassen und müssen in der Konsequenz den Blick auf die Aufwandsseite lenken.
Münster: Kämmerin Christine Zeller schlägt Sparkurs ein
