Der Aufstieg des 1. FC Kaiserslautern in die Zweite Fußballbundesliga bringt positive Effekte für die Kaiserslauterer Stadtkasse mit sich. Bei Zugehörigkeit des Klubs zur Zweiten Fußballbundesliga beträgt die zwischen kommunaler Stadiongesellschaft und Verein vereinbarte Stadionpacht nämlich 2,4 Millionen Euro. In der Dritten Liga waren es nur 625.000 Euro.
Stadionpacht steigt auf 2,4 Millionen Euro
Im März entschied der Kaiserslauterer Stadtrat über die Pachthöhe. Ursprünglich liegt sie bei 3,2 Millionen Euro pro Saison. Diese Summe benötigt die Stadiongesellschaft, um ihren laufenden Betrieb zu finanzieren. Da der ehemalige Bundesligaklub aber einen wirtschaftlichen und sportlichen Niedergang verzeichnet und zuletzt sogar eine Insolvenz durchlief, wurde immer wieder um die Pachthöhe gerungen. Dabei gingen Pachtreduzierungen in der Vergangenheit meist zu Lasten des städtischen Haushalts. Die Stadt musste die Defizite, die sich ihrer Stadiongesellschaft daraus ergaben, stets ausgleichen.
Vereinbart ist nun für die kommenden beiden Spielzeiten, dass der Verein als Pächter des Fritz-Walter-Stadions in der Zweiten Bundesliga 2,4 Millionen Euro an die Stadiongesellschaft zahlt. Hinzu kommen Sonderzahlungen bei sportlichen Erfolgen wie dem Weiterkommen in DFB-Pokal-Runden. In der Dritten Liga hätte der FCK nur 625.000 Euro zahlen müssen. Mit dem Aufstieg in die höhere Spielklasse sinkt der Bedarf der Stadiongesellschaft am städtischen Zuschuss also von 2,575 Millionen Euro auf 800.000 Euro. Die Differenz bedeutet eine Entlastung der Stadtkasse in Höhe von 1,775 Millionen Euro.
Zuschussbedarf sinkt um 1,775 Millionen Euro
Die steigenden Pachteinnahmen der Stadiongesellschaft führen dazu, dass sich Kaiserslauterns Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) nun offenbar mit neuen Begehrlichkeiten konfrontiert sieht, was die Mittelverwendung betrifft. Doch aus der höheren Stadionpacht ergäbe sich für die Stadt keine neue, frei verfügbare Liquidität, unterstreicht er in einer Pressemitteilung. Es handelte sich lediglich um Minderaufwendungen der Stadt für ihre Stadiongesellschaft, um Pachtnachlässe zu kompensieren. „Es kommt kein Geld rein, es geht nur weniger ab“, erklärt Weichel aus Sicht des städtischen Haushalts.
Andreas Erb ist Redakteur im Public Sector des F.A.Z.-Fachverlags. Er arbeitet insbesondere an der Weiterentwicklung der Plattform #stadtvonmorgen und berichtet dabei vorwiegend über urbane Transformationsprozesse. Für die Redaktion von „Der Neue Kämmerer“ beleuchtet er diese Themen aus Perspektive der Kommunalfinanzen. Seit 1998 ist der Kulturwissenschaftler als Journalist und Autor in verschiedenen Funktionen tätig, seit 2017 als Redakteur im F.A.Z.-Fachverlag.

