Ganztagsbetreuung an Grundschulen: Es fehlen Milliarden

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Der Deutsche Städtetag weist mit Blick auf den Ausbau der Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern auf eine Finanzierungslücke in Milliardenhöhe hin. Er fordert nicht nur eine auskömmliche Finanzausstattung der Kommunen von Bund und Ländern, sondern regt auch ein Stufenmodell zur Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung an. Ebenso spricht er sich für eine Ausbildungsoffensive aus.

„Deutliches Gap“ bei der Finanzierung

Um den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Grundschülern umsetzen zu können, bedürfe es entsprechender Kapazitäten, sagte der Heidelberger Oberbürgermeister Eckart Würzner am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die Präsidiumssitzung des Deutschen Städtetags in Mannheim. Es seien etwa eine Million zusätzlicher Betreuungsplätze nötig. Hier sei ein „deutliches Gap“ bei der Finanzierung festzustellen.

Würzner sprach von Investitionen in der Größenordnung von 7,5 Milliarden Euro. Zusätzlich sei mit jährlichen Betriebskosten von 4,4 Milliarden Euro zu rechnen. Der Bund habe allerdings bislang nur zwei Milliarden Euro eingeplant. Auch die zusätzlichen Mittel für Kinderbetreuung im Konjunkturprogramm umfassten lediglich 1,5 Milliarden Euro.

Stufenmodell zur Umsetzung des Rechtsanspruchs

Damit die Kommunen genügend Zeit zur Umsetzung des Rechtsanspruchs auf die Ganztagsbetreuung hätten, schlägt Würzner ein Stufenmodell vor. Ab 2025 könnte der Rechtsanspruch ab der ersten Klasse schrittweise – jährlich um ein weiteres Schuljahr erweitert – umgesetzt werden.

Der stellvertretende Städtetagspräsident Würzner fordert in der Sache eine enge Abstimmung zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Schließlich seien letztere für die Umsetzung zuständig. „Ein früheres, engeres Zusammengehen wäre sicher erfolgreicher gewesen.“

Genügend Fachkräfte? – Ausbildungsoffensive

Darüber hinaus sei eine Ausbildungsoffensive für das pädagogische Fachpersonal notwendig. Nur so stünden auch genügend Fachkräfte zur Verfügung, um den Ausbau der Ganztagsbetreuung voranzubringen.

a.erb(*)derneuekaemmerer(.)de

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Andreas Erb

Andreas Erb ist Redakteur im Public Sector des F.A.Z.-Fachverlags. Er arbeitet insbesondere an der Weiterentwicklung der Plattform #stadtvonmorgen und berichtet dabei vorwiegend über urbane Transformationsprozesse. Für die Redaktion von „Der Neue Kämmerer“ beleuchtet er diese Themen aus Perspektive der Kommunalfinanzen. Seit 1998 ist der Kulturwissenschaftler als Journalist und Autor in verschiedenen Funktionen tätig, seit 2017 als Redakteur im F.A.Z.-Fachverlag.