Die Verkehrsunternehmen erwarten 2022 einen Verlust von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro. Daher fordern sie weitere Coronahilfen.

Die deutschen Verkehrsunternehmen erwarten aufgrund ausbleibender Fahrgastzahlen in der Coronakrise im kommenden Jahr einen Verlust in Höhe von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro. Daher fordern sie weitere Coronahilfen von Bund und Ländern für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Es wäre der dritte Rettungsschirm. Im Zusammenhang mit dem Konjunkturpaket erhielten sie 2020 rund 3,3 Milliarden Euro. 2021 beträgt der Verlustausgleich voraussichtlich 3,6 Milliarden Euro.

Fahrgastzahlen noch immer bei 70 bis 80 Prozent

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) macht auf die prekäre Situation aufmerksam. „Die Unternehmen fahren, wie politisch gewünscht, immer noch nahezu 100 Prozent des Angebots bei aktuell 70 bis 80 Prozent der üblichen Fahrgastzahlen“, sagt VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff. Dies sei ein wesentlicher Grund für den prognostizierten Verlust.

Hinzu komme das derzeit zunehmende Infektionsgeschehen. Dieses wirke den „massiven Anstrengungen“ der Branche, Fahrgäste für Busse und Bahnen zurückzugewinnen, entgegen.

Starker ÖPNV als Basis für nachhaltige Mobilität

Wer eine nachhaltige Mobilität und die Verkehrswende gestalten wolle, brauche dafür ein starkes ÖPNV-Angebot, so Wolff. „Wenn aber die Verluste für die Branche unverschuldet in die Milliarden gehen, dann drohen am Ende sogar Angebotseinschränkungen im Nahverkehr.“ Das widerspreche den verkehrs- und umweltpolitischen Zielen von Bund und Ländern.

a.erb@derneuekaemmerer.de

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Mehr zum Thema finden Sie auf unseren Themenseiten Corona-Finanzierung und ÖPNV.

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