Der Deutsche Städtetag fordert von Bund und Ländern ein Investitionsprogramm für die Sanierung und den Bau von Sportstätten. Die Kommunen bräuchten Unterstützung bei ihrer Sportstättenentwicklung. Konkret geht es um ein Fördervolumen von einer Milliarde Euro pro Jahr. Dies sagte der Vizepräsident des Städtetags Burkhard Jung in der vergangenen Woche bei einer Pressekonferenz des kommunalen Spitzenverbands.
Zwei Drittel der Sportanlagen in kommunaler Trägerschaft
Rund zwei Drittel der Sportanlagen befinden sich in der Trägerschaft von Kommunen. Ein hoher Anteil von ihnen sei in den 1960er und 1970er Jahren entstanden. Es bestehe ein hoher Sanierungsbedarf, so Jung. Dies betreffe auch den energetischen Zustand der Anlagen hinsichtlich des Klimaschutzes.
Für die kommunalen Sportstätten hat der Städtetag einen Investitionsstau in Höhe von 20 Milliarden Euro errechnet. Für die Sanierung von Vereinssportstätten seien zusätzlich etwa elf Milliarden Euro nötig.
Sport entscheidend für Lebensqualität in Städten
Die Notwendigkeit der Investitionen ergebe sich aus dem hohen Stellenwert des Sports für die Lebensqualität in den Städten. Sport sei nicht nur Freizeitbeschäftigung. Er habe eine hohe gesellschaftliche Relevanz, etwa für Gesundheit, Wertevermittlung, soziale Interaktion und Integration. Dies zeige sich insbesondere in der Coronakrise, so Jung. Dabei müssten Kommunen in ihrer Sportstättenplanung auch einem veränderten Sportverhalten der Menschen städtebaulich Rechnung tragen. Schließlich werde der öffentliche Raum immer stärker sportlich genutzt.
Kommunen tragen, betreiben und verpachten zahlreiche unterschiedliche Sportstätten: Von der Schulturnhalle über Schwimmbäder und Sportplätze bis hin zu Stadien. Damit bilden sie das Fundament für sportliche Betätigung vom Breiten- bis zum Leistungssport, vom Amateur- bis zum Profisport, vom Kinder- und Jugend- bis zum Rehasport. Zuletzt hatte sich auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund für ein Sportinvestitionsprogramm von Bund und Ländern ausgesprochen.
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Andreas Erb ist Redakteur im Public Sector des F.A.Z.-Fachverlags. Er arbeitet insbesondere an der Weiterentwicklung der Plattform #stadtvonmorgen und berichtet dabei vorwiegend über urbane Transformationsprozesse. Für die Redaktion von „Der Neue Kämmerer“ beleuchtet er diese Themen aus Perspektive der Kommunalfinanzen. Seit 1998 ist der Kulturwissenschaftler als Journalist und Autor in verschiedenen Funktionen tätig, seit 2017 als Redakteur im F.A.Z.-Fachverlag.

