Befürchten schlechtere Arbeitsergebnisse: Die Hälfte aller von DStGB und Bitkom befragten Kommunen schließt Homeofficemodelle für ihre Verwaltung aus.

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14.12.20
Prozessmanagement & IT

Coronapandemie als Digitalisierungstreiber

Die Digitalisierung in Kommunen wird von der Coronakrise beflügelt. Dies zeigt eine Umfrage des DStGB und des Bitkom. Den Weg zur Smart City erschweren allerdings Finanzfragen.

Zwar sorgt das Coronavirus für einen Digitalisierungsschub, doch fehlende Ressourcen bleiben für Kommunen auch in der Krise das größte Hemmnis bei der Digitalisierung. Darauf macht eine Umfrage vom Deutschen Städte- und Gemeindebund und dem IT-Verband Bitkom unter 623 Kommunen aufmerksam. Die Befragung fand online im Zeitraum August bis November statt. Die Ergebnisse stellten die beiden Verbände in der vergangenen Woche bei einer digitalen Pressekonferenz vor.

Als „Digitalisierungstreiber“ bezeichnen dabei neun von zehn der befragen Kommunen die Pandemie. Die Kommunen seien der wesentliche Akteur im Kampf gegen Corona, so DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg bei der Pressekonferenz. Digitale Lösungen trügen dazu bei, dass sie „handlungsfähig“ blieben und ihre Aufgaben erfüllen könnten. 

Kommunen wollen Digitalbudgets erhöhen

Drei Viertel der befragten Kommunen geben allerdings an, dass ihre Finanzlage die digitale Entwicklung hemme. Gerade in der Coronakrise, in der die kommunalen Haushalte zusätzliche Finanzeinbrüche zu verkraften hätten, bedrohe dies den digitalen Fortschritt, warnt Landsberg. Gleichzeitig zeige sich auf der kommunalen Ebene aber ein starkes Engagement für Digitalisierung. Denn trotz der Finanzlasten will rund jede zweite befragte Kommunen (54 Prozent) im nächsten Jahr ihr Digitalbudget eher oder stark erhöhen. 

Unzureichende Finanzmittel sind aber nicht das einzige Hindernis auf dem Weg zur Smart City: 58 Prozent der befragten Kommunen nennen fehlendes Knowhow als Problem. 39 Prozent führen fehlende fachliche Unterstützung vom Land an und 22 Prozent kritisieren den „unklaren Rechtsrahmen“. Angesichts dieses Befunds plädiert Landsberg für eine stärkere Vereinheitlichung von digitalen Standards. Zudem müsse vor der Verabschiedung neuer Gesetze oder Verordnungen deren „Digitalisierungsverträglichkeit“ geprüft werden. 

Hälfte der Kommunen gegen Homeoffice

Trotz des breiten Auftriebs, den digitale Lösungen durch die Coronakrise erfahren, zeigt sich bei der Frage nach digitalen Arbeitsmodellen eine Spaltung in der kommunalen Familie. Die Hälfte aller befragten Kommunen schließt Homeofficemodelle für ihre Verwaltung kategorisch aus. Dies begründen die Städte und Gemeinden insbesondere mit fehlender technischer Ausstattung, fehlenden Finanzmitteln für notwendige Investitionen und der Befürchtung schlechterer Arbeitsergebnisse.

Zudem zeigt sich eine Kluft zwischen größeren und kleinen Kommunen: 20 Prozent der Befragten geben an, sich nicht mit einer Digitalisierungsstrategie zu beschäftigen – all diese Kommunen haben weniger als 100.000 Einwohner.

a.erb(*)derneuekaemmerer(.)de

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