Gibt Einblicke in die Digitalisierung von öffentlichen Verwaltungen: der „Branchenkompass Public Sector 2020“ vom F.A.Z.-Institut und Sopra Steria.

Andreas Erb

17.06.20
Prozessmanagement & IT

Die Digitalisierung erfordert eine neue Innovationskultur

Die Digitalisierung in Verwaltungen beschleunigt sich: Der „Branchenkompass Public Sector 2020“ zeigt aktuelle Trends der Digitalisierung auf.

Für die Digitalisierung von öffentlichen Verwaltungen bedarf es einer neuen „Innovationskultur“ und eines Change Managements, um die Transformation ins Digitale möglichst erfolgreich zu bewältigen. Dies ist ein Ergebnis des „Branchenkompass Public Sector 2020“.

Die Studie hat 100 Entscheider auf 100 Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen befragt und darüber hinaus ausgewählte Experten interviewt, um Trends der Digitalisierung von Verwaltungen zu identifizieren. Erarbeitet worden ist sie vom F.A.Z.-Institut und Sopra Steria.

Der Branchenkompass „Public Sector 2020“ beleuchtet unter dem Titel „Digitalisierung beschleunigt sich“ Herausforderungen, denen die Digitalisierung öffentlicher Verwaltungen entgegensieht. Davon lassen sich Handlungserfordernisse für Kommen, aber auch für Bund und Länder ableiten. Zudem zeigt die Studie die vielseitigen Digitalisierungsanstrengungen von Kommunen und Verwaltungen auf.

Schnittstellenprobleme hemmen Digitalisierung

Zu den Hemmnissen der Digitalisierung gehört laut Studie unter anderem die Vielgestaltigkeit beim Einsatz von IT-Systemen. Daraus resultieren Medienbrüche. Dies macht es Verwaltungen schwer, die Digitalisierung einheitlich und integriert voranzutreiben.

82 Prozent der Befragten nennen Schnittstellenprobleme, also die Inkompatibilität verschiedener Systeme zueinander, als bremsend. Auch, um die Entwicklungsstände von teils unterschiedlich digital ausgeprägten Verwaltungsstellen gegenseitig anzugleichen, lässt sich davon die Aufforderung an den Bund ableiten, entsprechende Rahmenbedingungen und Standards zu gestalten.

Der Bund ist gefragt

Um „digitale Denke“ in den Verwaltungen zu implementieren, bedürfe es einer klaren Digitalisierungsstrategie und eines Change Managements. Dabei gelte es, die Mitarbeiter in entsprechende Prozesse einzubeziehen.

Verwaltungen müssten eine Innovationskultur entwickeln – auch, um für sich neue IT-Lösungen zu erarbeiten. Dafür seien außerdem verwaltungsübergreifende, interkommunale Kooperationen förderlich. Auf diese Weise ließen sich Parallelentwicklungen vermeiden und Ressourcen sparen – immerhin sehen 72 Prozent der Befragten nicht besetzte Stellen im IT-Bereich als Hemmnis für die Digitalisierung.

Es gelte, gemeinsame Standards zu schaffen. Auch in diesem Sinne sei es erforderlich, dass der Bund bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG), mit Verwaltungen den Bürgern grundsätzlich einen digitalen Zugang zu ihren Services eröffnen sollen, noch stärker auf einheitliche Lösungen hinwirke.

Coronakrise gibt der Digitalisierung einen Schub

Mit Blick auf die Coronakrise erwartet die Studie einen weiteren Schub für die Digitalisierung. Eine Einordnung ihrer diesbezüglich konkreten Effekte vermag sie allerdings aus Gründen der Aktualität nicht zu geben. 

Denn vor allem die Auswirkung entsprechender Investitionen aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung zeigen sich erst nach dem Erscheinen der Studie.

a.erb(*)derneuekaemmerer(.)de

Der „Branchenkompass Public Sector 2020“ ist hier erhältlich.

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