Frau Welge, Sie sind seit mehr als 30 Jahren in der Kommunalverwaltung aktiv; zunächst waren Sie Kämmerin am Niederrhein, dann Sozialdezernentin und später Kämmerin in Gelsenkirchen und seit November 2020 erste Oberbürgermeisterin in der Stadtgeschichte Gelsenkirchens – sehen Sie sich als eine Vorreiterin?
Es hilft mir in Debatten, verschiedene Brillen aufzuhaben und die Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu kennen. Den Wahlkampf in Gelsenkirchen habe ich als Frau als brutal empfunden. Dieser Stadt sind Herausforderungen nicht fremd. Deswegen wollte ich auch gerade hier ein Zeichen setzen. Als Vorreiterin habe ich mich nie gesehen, aber ich hoffe, dass ich anderen Frauen ein Beispiel sein kann. Gelsenkirchen hat mir – als Frau – die Chance gegeben, Oberbürgermeisterin zu werden. Das bedeutet mir viel, und gerade in einer sehr männlichen, durch den Bergbau geprägten Stadt ist das eine Herausforderung, die ich gerne annehme – und ein Privileg, das ich zu schätzen weiß.
„Lass jedem die Chance, Dich kennenzulernen!“
