Aus den Bürgermeisterwahlen in NRW gingen einige Kämmerinnen und Kämmerer als Sieger hervor.

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30.09.20
Personen & Positionen

Kämmerer werden Bürgermeister in NRW

An die Spitze des Rathauses: In Nordrhein-Westfalen haben sich mehrere Kämmerinnen und Kämmerer erfolgreich der Bürgermeisterwahl gestellt.

Die Stadt Wülfrath wird bald einen neuen Kämmerer suchen müssen. Denn Rainer Ritsche (parteilos), der das Amt seit 2010 inne hatte, wird Bürgermeister in der 21.000-Einwohner-Stadt im Kreis Mettmann. In einer Stichwahl setzte er sich mit 67 Prozent der Stimmen gegen den Kandidaten der CDU durch.

„Ich habe zwar gehofft, am Ende als Sieger über die Ziellinie zu kommen. Aber mit einem so deutlichen Ergebnis habe ich nicht gerechnet“, sagte er im Gespräch mit der Rheinischen Post. Seit 2011 war Ritsche als erster Beigeordneter bereits Stellvertreter der noch amtierenden Bürgermeisterin Claudia Panke. Erst Anfang 2019 hatte der Wülfrather Stadtrat den Kämmerer für eine zweite Amtszeit bestellt, die eigentlich acht Jahre andauern sollte.

Kämmerin Welge wird Oberbürgermeisterin

Während die Wahlbeteiligung in Wülfrath immerhin bei rund 42 Prozent lag, gingen in Gelsenkirchen zur Stichwahl lediglich rund 27 Prozent der wahlberechtigten Bürger zur Wahlurne. Siegerin ist die bisherige Kämmerin Karin Welge (SPD). Die 57-Jährige wurde mit rund 59 Prozent der Stimmen zur Oberbürgermeisterin gewählt.

Welge tritt ihre neue Aufgabe im November an. Über ihre Pläne sprach die bisherige Kämmerin auch schon Anfang des Jahres mit dieser Zeitung. Als Oberbürgermeisterin hätte sie die „Möglichkeit, eine Klammer um all die Themen eines städtischen Zusammenlebens zu bilden, sie kreativ zu verbinden und systematisch zu vernetzen“, sagte sie damals.

Regierungswechsel in Bergisch Gladbach

Überraschend gestaltete sich das Ergebnis in Bergisch Gladbach, wo Stadtkämmerer Frank Stein (SPD) die Bürgermeister-Wahl für sich entschied. Er folgt auf den Christdemokraten Lutz Urbach, der seit 2009 als Bürgermeister amtiert und zur Wahl nicht mehr angetreten ist. Gleichzeitig verlor die CDU in der 111.000-Einwohner-Stadt die absolute Mehrheit im Rat.

In Altenbeken im Kreis Paderborn sah das Wahlergebnis wiederum anders aus: In der 9.000-Einwohner-Gemeinde endete nach 21 Jahren mit dem Wahlsieg Matthias Möllers (CDU) eine SPD-Ära. Er setzte sich mit rund zwei Drittel der Stimmen gegen seinen Kontrahenten Ingo Strucke (SPD) durch. Möllers ist bisher Kämmerer im 44 Kilometer entfernten Herford.

Kämmerer werden Bürgermeister in Nachbarstädten

In das von Rösrath 12 Kilometer entfernte Overath, zieht es den Rösrather Kämmerer Christoph Nicodemus (CDU). Auch er gewann die Bürgermeisterwahl. Für den von CDU, Grünen und FDP unterstützen Kandidaten stimmten rund 62 Prozent der Wähler.

Für Carsten Hövekamp (CDU), bisher Kämmerer in Reken im westlichen Münsterland, fiel der Wahlsieg knapper aus. Er entschied die Bürgermeisterwahl in der 46.000-Einwohner-Stadt Dülmen mit 50,4 Prozent für sich.

Sabine Noll (CDU) zieht es derweil mit rund 50 Kilometern etwas weiter weg von ihrer bisherigen Arbeitsstätte. Die Mohnheimer Kämmerin wird Bürgermeisterin in Sprockhövel. Noll war als gemeinsame Kandidatin von CDU und Bündnis 90/Die Grünen in das Rennen um die Rathausspitze gegangen und vereinte rund 58 Prozent der Stimmen auf sich.

a.jarchau(*)derneuekaemmerer(.)de

Welche Karrierewege schlagen Kämmerer ein? Mehr dazu finden Sie auf den DNK-Themenseiten Karriere und Personal und Kämmererwechsel.