Die deutschen Kämmerer sind offenbar alle pflichtbewusste Realisten. So könnte das Fazit einer repräsentativen Studie lauten – die DNK-Redaktion hat allerdings keine durchgeführt. Dafür haben wir alle Kämmerer-Wahl-Fragebögen 2020 für Sie gesichtet und die launigsten Antworten zusammengetragen.

Auf die Frage, ob sie Realist oder Idealist sind, gaben die 12 Kämmerinnen und Kämmerer, die in diesem Jahr an der Kämmerer-Wahl teilgenommen haben, die gleiche Antwort: „Allein schon von Berufs wegen“ sei er Realist, wie Klaus Peißinger aus Landshut sagt, oder aufgrund der Zahlen und Fakten, die laut Robert Scheller aus Würzburg „einen Kämmerer zum Realisten“ machen.

Wenig überraschend, Schatzmeister mögen Zahlen und Fakten. Apropos Zahlen: Den Taschenrechner verwendet offenbar jeder Kämmerer. Bettina Brennenstuhl aus Lünen, Alexander Goldmann aus Rathenow und Scheller rechnen aber dennoch „so lange es geht im Kopf“. Bei dem Nürnberger Kämmerer Harald Riedel kommt es auch auf die Komplexität der Aufgabe an, ob der Taschenrechner zum Einsatz kommt.

Der tägliche Umgang mit Zahlen und die überwiegende Selbsteinschätzung, Realist zu sein, bedeuten aber nicht, dass Kämmerern der Idealismus gänzlich fern ist. Andreas Höpfner aus Zwickau und Peter Bannes aus Arnsberg wiesen nahezu übereinstimmend darauf hin, dass sie allem Realitätssinn zum Trotz auch idealistische Ziele hätten.

Nüchternes und bodenständiges Auftreten

Zum Image des nüchternen, bodenständigen Kämmerers passen auch die im Fragebogen angegebenen Essensvorlieben. Keiner der Kämmerer zieht der guten alten Curry-Wurst ein Gourmet-Menü vor. Christian Volmerich aus Meerbusch und Brennenstuhl können sich allerdings mit beidem anfreunden. Andrea Schülner aus Rödermark bevorzugt weder noch, sondern legt Wert auf „selbst frisch gekocht und gesund“ und Scheller isst einfach „alles, was gut gemacht ist“.

Einem der Kämmerer könnte man aber auch ungewöhnliche Essgewohnheiten nachsagen: Stefan Meuser aus Kaarst antwortete auf die Frage, ob Lerche oder Nachtigall, beides schmecke gleich gut – und brachte damit sicherlich nicht nur die DNK-Redaktion zum Lachen.

Ursprünglich zielte die Frage natürlich darauf ab, herauszufinden ob die Kämmerinnen und Kämmerer eher Frühaufsteher oder nachtaktiv sind. Hier gehen die Gewohnheiten auseinander: Bannes ist beispielsweise „mit zunehmendem Alter weniger Nachtigall“. Brennenstuhl hält sich eher für eine Lerche, ist „aber nicht unbedingt gut gelaunt am Morgen“.

Kämmerer sind pflichtbewusst

Der erste Kaffee – oder der Tee, den ein Drittel der befragten Kämmerer bevorzugt – vertreibt hoffentlich jede schlechte Laune und gewährleistet einen guten Start in den Arbeitstag. Passend zum verbreiteten Sinn für Realismus, gespickt mit einer ordentlichen Prise Pragmatismus, ist das Büro bei Goldmann „funktional und ohne Gummibaum“ eingerichtet. Damit fügt sich auch diese Antwort ins Gesamtbild. Immerhin: Bei 8 der 12 Kämmerer hat die Arbeitsumgebung wenigstens eine kleine persönlichen Note.

Fest steht, Deutschlands Kämmerinnen und Kämmerer sind sehr pflichtbewusst und haben dazu offenbar auch noch Spaß an ihrer Arbeit. Fast alle gaben bei der Kämmerer-Wahl 2020 an, dass sie auch im Urlaub ihre Mails checken – wenn auch, wie der Kämmerer des Märkischen Kreises Kai Elsweier, „nur überschlägig“. Und auch im Berufsalltag lassen die Wenigsten nach 40 Stunden den Stift fallen: „Die Arbeit, die anfällt, muss erledigt werden – egal, ob in 40 oder in 80 Stunden“, führt Meuser aus.

a.jarchau(*)derneuekaemmerer(.)de

 

Bildquelle: Stadt Kaarst/ Christian Volmerich/ Stadt Bocholt/ Stadt Schwerte/ Katrin Heyer/ Stadt Zwickau/ Uta Mosler/ Stadt Rathenow/ Stadt Landshut/ Andreas Kamps/ Stadt Arnsberg/ Stadt Nürnberg/ DNK

Info

Wir danken allen Kämmerinnen und Kämmerern, die in diesem Jahr den Kämmerer-Wahl-Fragebogen ausgefüllt haben. Wenn auch Sie sich beteiligen möchten, schicken Sie einfach eine kurze Mail an a.jarchau(*)derneuekaemmerer(.)de.

Wir freuen uns auf Ihre Antworten!

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