Der Greensill Bank in Bremen droht die Insolvenz. Deutsche Kommunen könnten dadurch Millionenverluste erleiden. Der DNK-Ticker fasst die wichtigsten Ereignisse rund um den Finanzskandal zusammen.

picture alliance/dpa | Sina Schuldt; Montage: Der Neue Kämmerer

12.04.21
Finanzmanagement

Greensill-Ticker: das Aktuellste zum Finanzskandal

Die Bafin hat die Bremer Greensill Bank geschlossen. Obwohl kommunale Guthaben nicht mehr durch den Einlagensicherungsfonds geschützt sind, haben viele Kommunen bei der Privatbank investiert. Jetzt drohen ihnen Millionenverluste. Die aktuellen Entwicklungen in unserem DNK-Newsticker.

12. April 2021: Markt Lappersdorf hat Entschädigung erhalten

Der von der Greensill-Insolvenz betroffene Markt Lappersdorf ist vom Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken entschädigt worden. Die Kommune profitierte vom Bestandsschutz für Altanleger, da sie ihre Anlagen in Höhe von 100.000 Euro bereits ein Jahr vor der Reform der Einlagensicherung getätigt habe, teilte Christian Hauner, Erster Bürgermeister des Markts, mit. Zusätzlich habe man eine Zinszahlung von 260 Euro erhalten. „Entgegen anderslautender Berichte in der Presse und Stimmen aus der Kommunalpolitik waren die von uns getätigten Einlagen bei der Greensill Bank AG zu keinem Zeitpunkt in Gefahr“, betonte Hauner. 

8. April 2021: „Schon 2019 eindeutige Mängel entdeckt“

Viele deutsche Kommunen haben noch Anfang 2021 Gelder bei Greensill angelegt. Die Schweizer Agentur Independent Credit View (I-CV) hat die Greensill Bank allerdings schon 2019 als Ramsch bewertet. Die Hintergründe erklärt I-CV-Partner Christian Fischer im Gespräch mit DNK.

6. April: Großteil der Privatanleger entschädigt

In den vergangenen Tagen ist ein Großteil der Privatanleger der Greensill Bank entschädigt worden. Das hat der Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Montag mitgeteilt. Der Einlagensicherungsfonds des BdB und der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) haben demnach mittlerweile mehr als 2,7 Milliarden Euro an über 20.500 Sparer ausgezahlt. Guthaben privater Sparer sind – anders als kommunale Einlagen – bis zu einer Höhe von 100.000 Euro durch die Einlagensicherung geschützt.

30. März 2021: diese Rechte haben die betroffenen Kommunen

Peter Gundermann und Martin Kühler von der Kanzlei Tilp nennen im Interview mit DNK die möglichen Anspruchsgegner für Kommunen im Fall Greensill.

25. März 2021: Greensill beantragt auch in den USA Insolvenz

Auch die US-Tochter Greensill Capital Inc. hat nun Insolvenz angemeldet. Wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Gerichtsunterlagen meldet, habe die Tochter am gestrigen Donnerstag in New York einen Antrag auf Gläubigerschutz. In den USA sollen jedoch vergleichsweise kleine Geldsummen betroffen sein: Laut Meldung geht es um „Vermögenswerte zwischen 10 Millionen und 50 Millionen (US-)Dollar und Schulden zwischen 50 Millionen und 100 Millionen“ Dollar.

26. März 2021: Hinweise an Bafin schon im April 2020

Ein anonymer Hinweisgeber soll die Bafin schon im vergangenen April auf Unregelmäßigkeiten bei der Greensill Bank aufmerksam gemacht haben. Das berichtet der Weser-Kurier unter Berufung auf ein internes Papier der Bafin. Der Whistleblower habe demnach jeweils im April und im September 2020 darauf hingewiesen, dass die Bremer Bank Rechnungen falsch diskontiert haben soll. Erste Telefonate zwischen Bafin-Vertretern und Greensill zu möglichen Kreditrisiken sollen schon kurz nach dem ersten Hinweis im vergangenen April stattgefunden haben.

25. März 2021: Greensill Bank hat möglicherweise Kreditversicherungen gefälscht

Aufgrund einer forensischen Sonderprüfung, die KPMG im Auftrag der Bafin im vergangenen September durchgeführt hat, mutmaßen Aufseher und Ermittler laut Finanz-Szene.de, Greensill könnte Nachweise von Warenkreditversicherungen gefälscht haben. Demnach fanden die Prüfer ein Papier, das eine Versicherung dokumentieren sollte, welche die Greensill Bank gegen einen Forderungsfall abgeschlossen hatte. Vertreter der Bafin hätten in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Finanzausschusses allerdings erklärt, dass das Papier erst nachträglich erstellt worden sei.

Das Pikante: Das ehemalige A-Rating der Bank soll unter anderem auf Kreditversicherungen gefußt haben. „Die Kreditversicherungen, die das Ausfall- und Veritätssrisiko abdecken, sind ein wichtiger Ratingfaktor“, zitiert Finanz-Szene.de aus einem Report der Ratingagentur Scope von August 2019.

25. März 2020: Interkommunale Kredite als Ausweg?

Sicher Gelder anlegen ohne Negativzinsen: Warum Kämmerer nach der Greensill-Pleite mit interkommunalen Krediten neue Wege gehen sollten, erklärt Julius Reiter in seinem Gastbeitrag.

Die Greensill Bank ist insolvent

20. März: Softbank größter Greensill-Gläubiger

Die offenbar mit weitem Abstand größte Summe bei Greensill Capital investiert hat Softbank. Auf den japanischen Konzern entfalle umgerechnet mehr als 1 Milliarde Euro der derzeit bekannten Forderungen von insgesamt 1,14 Milliarden Euro, meldet Bloomberg.

19. März 2021: Gläubiger fordern 1,14 Milliarden Euro von Greensill Capital

Bei einer ersten Versammlung haben 34 Gläubiger der insolventen britisch-australischen Greensill Capital Forderungen von umgerechnet 1,14 Milliarden Euro angemeldet. Das teilte der Insolvenzverwalter Grant Thornton an diesem Freitag mit. Das nächste Treffen ist für den 22. April geplant. Dann solle sich entscheiden, ob die Muttergesellschaft der ebenfalls insolventen deutschen Greensill Bank aufgelöst werde oder es Chancen für eine Restrukturierung gebe.

18. März 2021: Auch verstaatlichte HRE betroffen

Von der Pleite der Greensill Bank betroffen ist auch die mittlerweile verstaatlichte Hypo Real Estate. Sie soll 75 Millionen Euro bei Greensill anlegt haben. Ob ihre Einlagen von der Einlagensicherung des Bankenverbands erfasst werden, ist offenbar unklar. Berichten zufolge geht die HRE davon aus, dass der Einlagensicherungsfonds auch ihre Anlagen schütze. Der Bankenverband dagegen ordne die HRE weiterhin als Kreditinstitut ein, für dessen verlorene Gelder der Fonds nicht einspringen würde.

17. März 2021: Lex Greensill verkaufte 2019 Unternehmensanteile

Am Dienstag wird bekannt, dass die Eigentümerfamilie der Greensill Bank um Lex Greensill 2019 offenbar Unternehmensanteile im Wert von rund 200 Millionen Euro verkauft hat. Das berichtet Business Insider unter Berufung auf die Financial Times. Zu dem Zeitpunkt hatte der Softbank Visions Fund eine Finanzierungsrunde für die mittlerweile insolvente Bank organisiert. Damals war der Wert der Bank auf 3,5 Milliarden Dollar geschätzt worden.

16. März 2021: Kommunen schließen sich zusammen

26 von der Pleite der Greensill Bank betroffene Kommunen planen, sich juristisch gemeinsam für das eingeleitete Insolvenzverfahren aufzustellen. Die Kommunen wollen aus der Insolvenzmasse zumindest noch Teile ihrer Anlagen zurückerhalten, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Monheim am Rhein. Darüber hinaus sollen Haftungsansprüche gemeinschaftlich geprüft werden.

Die 26 Kommunen haben laut Mitteilung gemeinsam, dass sie noch bis in das laufende Jahr hinein ihre zumeist kurz- bis mittelfristig anzulegenden liquiden Mittel auf Konten der Bremer Bank als sicher ansehen mussten. Teils sei ihnen von unterschiedlichen Finanzdienstleistern dazu sogar geraten worden. 

16. März 2021: Bafin stellt Entschädigungsfall fest

Die Bafin hat am Dienstag den Entschädigungsfall für die Greensill Bank AG festgestellt. Privatanleger können damit ihre Einlagen von der insolventen Bank zurück erhalten. Laut einer Mitteilung der Bafin sei die Bank nicht mehr in der Lage gewesen, sämtliche Einlagen ihrer Kunden zurückzuzahlen.

Mit der Feststellung des Entschädigungsfalles sei jetzt die Voraussetzung dafür gegeben, dass die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) die Ansprüche der Einleger prüft. Bis zu einer Höhe von 100.000 Euro entschädigt die EdB – in besonderen Ausnahmefällen bis zu einer Höhe von 500.000 Euro. Die EdB werde in Kürze von sich aus Kontakt zu den Gläubigern des Instituts aufnehmen.

Die Bafin weist zudem darauf hin, dass die Greensill Bank Mitglied des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands Deutscher Banken ist. Dieser Einlagensicherungsfonds übernimmt den Teil der Einlagen, der über die gesetzliche Grenze hinausgeht, bis zur jeweiligen Sicherungsgrenze.

16. März 2021: Insolvenzverfahren eröffnet

Das Amtsgericht Bremen teilt mit, dass es das von der Bafin beantragte Insolvenzverfahren eröffnet hat. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Michael Frege bestellt.

15. März 2021: Bafin stellt Insolvenzantrag

Beim Amtsgericht Bremen ist ein Insolvenzantrag für die Greensill Bank eingegangen, wie eine Sprecherin am Dienstag gegenüber DNK bestätigt. Über den Antrag soll zeitnah entschieden werden.

Kommunen setzen Anlagegeschäfte aus

14. März 2021: Verkaufsversuch gescheitert

Die Verhandlungen über den Verkauf der Greensill Bank sind offenbar geplatzt. Der US-amerikanische Private-Equity-Investor Apollo habe die Gespräche bereits am vergangenen Freitag abgebrochen, berichtet das Handelsblatt.

13. März 2021: Insolvenz für Greensill Bank scheint unausweichlich

Nach Informationen des Nachrichtenportals Business Insider soll die Bafin Anfang kommender Woche einen Insolvenzantrag für die Bremer Greensill Bank stellen. Die Bafin favorisiere laut mehrerer Quellen Michael Frege von der Kanzlei CMS Hasche Sigle als Insolvenzverwalter, der auch die Lehman-Pleite in Deutschland abgewickelt hat. Für die Kommunen wird es brenzlig: Sie müssten ihre Forderungen dann zur Insolvenztabelle anmelden – allerdings soll bei der Greensill Bank kaum Insolvenzmasse vorhanden sein. Im schlimmsten Fall könnten die Kommunen nicht einmal 10 Prozent ihrer Anlagen zurückbekommen, erklärt ein Anwalt gegenüber dem Nachrichtenportal.

12. März 2021: Privatwirtschaft: Greensill „keine seriöse Verbindung“

In welchem Umfang der Greensill-Skandal neben Kommunen auch Unternehmen betrifft, ist im Moment noch völlig unklar. Recherchen der DNK-Schwesterpublikation Der Treasurer (DT) deuten darauf hin, dass die Privatwirtschaft Anlagen bei der Greensill Bank kritischer beurteilt haben dürfte als manche Kommune. Die Greensill Bank sei „keine seriöse Verbindung, für die man Counterparty Limits vergibt“, sagte ein Vertreter der Finanzabteilung eines großen Mittelständlers gegenüber DT.

11. März 2021: Die Bafin will gegen Wirtschaftsprüfer der Greensill Bank vorgehen

Medienberichten zufolge hat die Finanzaufsicht Bafin die Stuttgarter Prüfungsgesellschaft Ebner Stolz bei der Aufsichtskommission Apas angezeigt. Demnach gebe es Zweifel daran, ob die Bilanzprüfung von Greensill ordnungsgemäß abgelaufen sei. Auf Nachfrage des FINANCE-Magazins bestätigt die Apas, am 11. März eine Mitteilung mit Bezug zur Greensill Bank von der Bafin erhalten zu haben.

11. März 2021: Gießen stoppt Festgeldanlagen

Die Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz verfügt aufgrund der „Turbulenzen bei der Greensill“ einen sofortigen Stopp aller Festgeldanlagen. „Dies entspricht einem freiwilligen Moratorium, um Zeit für eine politische Beratung des künftigen Umgangs mit Anlagen zu schaffen“, teilt die Stadt mit. Nun werde die OBM mit der Stadtverordnetenversammlung über eine Veränderung der bisher geltenden Richtlinien diskutieren. „Wir müssen gerade angesichts des offensichtlichen Versagens aller Sicherheitssysteme insbesondere bei der Bankenaufsicht neu diskutieren, wie wir unser Geld sicher anlegen“, so Grabe-Bolz. Kommenden Montag finde ein virtuelles Treffen mit den betroffenen Städten und dem Deutschen Städtetag statt, in dem überlegt werde, ob die Kommunen gemeinsam rechtlich vorgehen können. Nach derzeitigem Stand haben laut Mitteilung der Stadt mindestens 50 Kommunen Geld bei der Greensill Bank angelegt.

11. März 2021: Auch Eschborn massiv betroffen

Nach Monheim am Rhein ist die ebenfalls gewerbesteuerstarke Stadt Eschborn nach aktuellem Stand am zweitstärksten vom drohenden Ausfall betroffen: Eschborn hat 35 Millionen Euro bei Greensill investiert.  Zugleich wird bekannt, dass auch die Länderebene nicht verschont bleibt: Der Freistaat Thüringen hat Gelder in Höhe von 50 Millionen Euro bei Greensill investiert.

11. März 2021: Osnabrück stoppt Geldanlagegeschäfte

Die Stadt Osnabrück gibt bekannt, dass OBM Wolfgang Griesert entschieden hat, überschüssige Liquidität vorerst nicht mehr als Festgeld bei Privatbanken anzulegen. „Ich habe solche Anlagen inzwischen gestoppt, um die Aufarbeitung aller Fragen nicht bloß abzuwarten, sondern auch vorzubeugen“, so Griesert. Die Stadt hat Anlagen in Höhe von 14 Millionen Euro bei Greensill. Die geänderte Strategie sei allerdings auch mit Kosten verbunden, sagt der OBM, jährlich würde die Stadt über 1,1 Milliarden Euro bewegen. „Wenn wir jetzt die bisherige Praxis stoppen, müssen wir auch Verwahrgelder akzeptieren, was wir mit der Festgeldanlage gerade vermeiden wollten.“

10. März 2021: Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten betroffen

Neben mehreren deutschen Kommunen haben offenbar auch mehrere rechtlich-öffentliche Rundfunkanstalten Geld bei der Greensill Bank angelegt. Gegenüber dem Weser-Kurier bestätigen der NDR, der SR und der SWR, dass sie bei der Bank investiert haben. Im Gegensatz zu den Städten und Gemeinden sind die rechtlich-öffentlichen Rundfunkanstalten allerdings nicht von der Einlagensicherung ausgenommen und dürften somit ihr Geld zurück bekommen.

8. März 2021: Greensill Capital in London insolvent

Die britische Tochter der Greensill Capital meldet Insolvenz an. Der Finanzdienstleister gibt bekannt, dass er in Verhandlungen zur möglichen Übernahme von Unternehmensanteilen mit Interessenten steht.

Die Bafin schaltet sich ein

4. März 2021: Erste Kommunen melden sich zu Wort

Zu den Kunden der Greensill Bank gehören offenbar mehrere Dutzend Kommunen. Die Stadt Monheim am Rhein etwa hat nach eigenen Angaben 38 Millionen Euro bei Greensill angelegt. Bürgermeister Daniel Zimmermann habe an diesem Donnerstag eine Sonderprüfung eingeleitet, teilt die Stadt mit. „Es könnte sein, dass der komplette Ausfall des angelegten Geldes droht. Wir verfolgen nun die Untersuchungen der Bafin“, so Zimmermann. Auch die Stadt Osnabrück meldet sich zu Wort: Der städtische Finanzvorstand Thomas Fillep teilt in einem Pressegespräch mit, dass die Kommune 14 Millionen Euro bei Greensill angelegt hat.

3. März 2021: Bafin erstattet Anzeige gegen Greensill Bank

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) erlässt wegen drohender Überschuldung ein Veräußerungs- und Zahlungsverbot gegenüber der Greensill Bank. Zudem schließt die Bafin die Bank für Kundenverkehr und untersagt ihr die Entgegennahme von Zahlungen, die nicht zur Tilgung von Schulden bestimmt sind. In einer Mitteilung heißt es, die Bafin habe „in einer forensischen Sonderprüfung festgestellt, dass die Greensill Bank nicht in der Lage ist, den Nachweis über die Existenz von bilanzierten Forderungen zu erbringen, die sie von der GFG Alliance Group angekauft hat.“ Hinzu kommt der Vorwurf falscher Bilanzierung, weshalb die Finanzaufsicht auch Strafanzeige gegen Greensill stellt.

2. März 2021: Holding Greensill Capital beantragt Gläubigerschutz

Greensill beantragt Gläubigerschutz in Australien, wo die Holding registriert ist.

2. März 2021: Vermögensverwalter GAM friert Fonds ein

GAM Investments schließt den GAM Greensill Supply Chain Finance Fonds für Zeichnungen und Rücknahmen „aufgrund der jüngsten Marktentwicklungen und der daraus resultierenden Medienberichterstattung“. „Die Schliessung des Supply Chain Finance Fonds markiert das Ende der Geschäftsbeziehung zwischen GAM und Greensill, die bis ins Jahr 2016 zurückreicht“, heißt es in einer Mitteilung.

1. März 2021: Credit Suisse kappt Geschäftsbeziehungen zu Greensill

Die Schweizer Großbank Credit Suisse setzt den Handel von vier gemeinsam mit Greensill Capital betriebenen Lieferketten-Finanzierungs-Fonds aus und löst die Fonds mit einem Gesamtvolumen von rund zehn Milliarden Dollar am 4. März auf. Als Gründe nennt die Bank Bewertungsunsicherheiten in Bezug auf bestimmte Vermögenswerte, die eingeschränkten Verfügbarkeit eines Versicherungsschutzes für neue Fondsinvestitionen und Herausforderungen bei der Beschaffung geeigneter Vermögenswerte.

Vorgeschichte des Greensill-Skandals

2020/Anfang 2021: Greensill Bank im Fokus der Bafin

Nach Informationen der Tageschau hat die Bafin bereits 2020 Zweifel an der Werthaltigkeit der Forderungen, die die Greensill Bank über ihren Mutterkonzern finanziert. Demzufolge beauftragen die Bafin, der Bundesverband deutscher Banken und der Prüfungsverband deutscher Banken gemeinsam eine Sonderprüfung der deutschen Greensill Bank. Ein Beauftragter der Bundesbank überwacht daraufhin seit Anfang 2021 das Tagesgeschäft des Geldinstituts. Die Sonderprüfung wird erst im März 2021 publik.

17. September 2020: Rating-Downgrade für die Greensill Bank

Die Ratingagentur Scope stuft die Bonität der Greensill Bank um ein Notch von A- auf BBB+ herab, die Prognose ist negativ. Der Grund für das Downgrade ist laut Scope das schwierige Marktumfeld, in dem die Mutter Greensill Capital operiert. Man erwarte als Folge der Coronapandemie für Greensill Capital ein geringeres Wachstum und steigende Versicherungskosten, die sich auf die Profitabilität des Unternehmens niederschlagen würden, schreibt Scope.

2019: Greensill-Bilanz geht durch die Decke

2019 bekommt die Greensill Capital von dem japanischen Techinvestor Softbank eine Kapitalspritze in Milliardenhöhe. Die Bilanzsumme der deutschen Greensill Bank steigt daraufhin um 472 Prozent auf rund 3,8 Milliarden Euro.

2017: Einlagensicherung für Kommunen wird gekappt

Ab dem 1. Oktober 2017 sind die Einlagen von Kreditinstituten, Finanzinstituten, Wertpapierfirmen und Gebietskörperschaften nicht mehr vom freiwilligen Einlagensicherungsfonds der Privatbanken geschützt. Die kommunalen Spitzenverbände hatten vor der Beschlussfassung gegenüber dem Bankenverband darauf aufmerksam gemacht, dass Kommunen von diesem Zeitpunkt an nur noch eingeschränkt mit Privatbanken zusammenarbeiten könnten.

2014: Greensill Capital übernimmt Bremer Nordfinanz Bank

2014 übernimmt Greensill Capital die Bremer Nordfinanz Bank und firmiert sie um. Über die neu entstandene deutsche Greensill Bank sammelt die Gesellschaft Gelder ein, um Geschäfte der Muttergesellschaft abzusichern und zu refinanzieren.

2011: Gründung Greensill Capital Pty Ltd

Der Banker Lex Greensill gründet das Finanzdienstleistungsunternehmen Greensill Capital Pty Ltd., den späteren Mutterkonzern der deutschen Geensill Bank. Der Sitz der Holding ist in Australien. Das operative Kerngeschäft ist in der britischen Firmenzentrale gebündelt. Der Finanzdienstleister ist auf Lieferkettenfinanzierung spezialisiert. Damit werden unter anderem Forderungen von Lieferanten an Unternehmen vorfinanziert.

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